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Yol – Der Weg

Yol

„Yol“ erzählt von fünf Sträflingen der Gefängnisinsel Imrali, die Hafturlaub erhalten und für eine Woche zu ihren Familien heimkehren können, jeder in seine Provinz:

Fünf Geschichten voll Schmerz, Verzweiflung und sinnloser Bluttaten. Allen Männern gemeinsam ist, daß tradierte Verhaltensnormen, das patriarchalische Gebäude aus Religion und Ethik die Erfüllung von Träumen und Bedürfnissen verhindern.

Es ist die Geschichte einiger Häftlinge, die aufgrund guter Führung einen mehrtägigen Urlaub erhalten. Sie bereisen die verschiedensten Gegenden der Türkei. Repressives Militärregime und überkommene, längst lebensfeindlich gewordene Moralvorstellungen fügen sich zu einem bedrückenden Gesamtbild.

Ein Gefängnis in der Türkei: Fünf Häftlinge erhalten einen einwöchigen Hafturlaub. Die beschwerlichen Reisen zu ihren Angehörigen führen uns in die entlegensten Gebiete der Türkei. Jeder von ihnen hat seine eigenen Probleme, Sorgen und Sehnsüchte. Rigorose Gesetze, geschriebene wie ungeschriebene, und ein hartes System lasten schwer auf ihnen. Sie erleiden Gewalt und üben Gewalt. Der Urlaub, der voll Hoffnung begann, endet im Leid.

,Yol‘, erzählt in erster Linie die Geschichte dreier Personen: Seyit Ali (Tarik Akan), Mehmet Salih (Halil Ergün) Ömer (Necmettin Cobanoglu). Der jüngste Häftling auf Urlaub Yusuf (Tunkay Akca) wird bereits am Anfang der Geschichte wieder verhaftet. Er hat seine Papiere verloren. Nach Gaziantep zu seiner Familie wird er nicht gehen können. Sein Geschenk für seine Liebste, einen Kanarienvogel, muß er einem Boten übergeben. Mevlut (Hikmet Celik), der vierte Held des Films, kann sich auch nicht über die Widersprüche und Zwänge einer patriarchalischen Gesellschaft hinwegsetzen. Auf ihn und seine Verlobte und auf ihre Leidenschaft warten viele Barrikaden. Und dabei hat er sie doch so sehr vermißt. Das Leben außerhalb der Gefängnismauern scheint ihm keinen Deut besser. Mevlut fühlt sich immer unter Beobachtung, angekettet. Doch die Mauern in seiner zivilen Gefängniswelt sind nicht aus Stein, sondern geplastet und mit festgefahrenen Traditionen und heuchlerischer Moral.

Die drei Protagonisten Seyit AIi, Mehmet Salih und Ömer werden vom Leben gebeutelt. Wie waren sie voll von Hoffnung, als sie die Mauern des Gefängnisses hinter sich ließen! Das waren Illusionen! Der Urlaub ist zwar kurz. Doch für kurze Zeit wird ihnen der Duft der Freiheit um die Nase blasen. Sie dachten, eine Woche könnte genügen, um sie all den Kummer und die Demütigungen vergessen zu lassen. Um so größer war ihre Enttäuschung. Zum Teufel mit dieser Freiheit! Unter dem Joch sozialer wirtschaftlicher und moralischer Zwänge bleiben sie bloß Marionetten eines unbeeinflußbaren Schicksals. Was soll man da machen! Mehmet Salih, erschossen von seinem Schwager, muß die Antwort schuldig bleiben. Doch Seyit und Ömer kämpfen mit dem Rücken zur Wand. Ömer kehrt nicht ins Gefängnis zurück. Sein Bruder wurde von Zöllnern erschossen. Ömer muß sich um dessen Familie kümmern. Er zieht es vor, lieber jung und ohne Scham zu sterben, als alt und erniedrigt.

Verfolgt vom Tod seiner Frau, fühlt sich Seyit Ali zerrissen und gevierteilt vom unabwendbaren Schicksal. Soll er ins Gefängnis zurückkehren? Er weiß nicht, was er tun soll. Seine Hilflosigkeit und seine Gewissensbisse quälen ihn ohne Unterbruch. Der Zug führt in die Ferne, in ein ungewisses Schicksal. „Yol“ wurde von Januar bis Mai 1981 in der Türkei gedreht Es ist eine Koproduktion Güney Film und Cactus- Film, Zürich, Schweizer Fernsehen SRG, Antenne 2 und Maran-Film, München (für SDR). (EZEF Fernsehtips, Nr.82)