Die alte Sana gilt in einem afrikanischen Dorf als Ausgestoßene, als Hexe, die man mit Steinen vertreibt, wenn sie sich nähert. Zum Mißfallen seines Vaters knüpft der kleine Bila Freundschaft mit der Frau, die er „Yaaba“, Großmutter, nennt.
Als Bilas Cousine sterbenskrank wird, bittet der Junge Sana, dem Mädchen zu helfen. Gegen den Widerstand der Dorfbevölkerung gelingt es ihr, sie zu heilen. Die Alte kehrt in die Überreste ihres Hauses zurück, das zuvor niedergebrannt worden war. Kurz darauf stirbt sie in den Ruinen des Hauses. Für Bila endet damit eine entscheidende Phase seiner Kindheit.
(Fischer Film Almanach 1991)
„Yaaba“ bedeutet in der More-Sprache des westafrikanischen Landes Burkina Faso Großmutter. Der Film erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Jungen Bila und der alten Sana, die am Rande des Dorfes als Ausgestoßene lebt und von den Dorfbewohnern für eine Hexe gehalten wird. Für Bila ist die alte Frau eine Yaaba, die ihm und seiner Cousine Nopoko voller Würde und Respekt begegnet. Bilas Neugier auf die alte Sana wird geweckt, als man sie der Brandstiftung verdächtigt, obwohl er sie zu der fraglichen Zeit weit außerhalb des Dorfes gesehen hat. Der Alltag des Dorfes am Rande der Sahelzone mit seinen Auseinandersetzun-gen, mit Neid, Mißgunst, Haß und Aberglaube ebenso wie mit Zuneigung, Hellsichtigkeit und dem Wissen um alte Heilmethoden bilden den sozialen Rahmen der Geschichte. „Mit Motiven, die aus einem Märchen stammen könnten, und mit dem Versteckspiel der Kinder am Rande der Wüste schlägt der Film eine Brücke zwischen den Kulturen, zwischen der fremden Kultur Afrikas und unserer eigenen vertrauten Lebenswelt. In den Gesichtern und Verhaltensweisen der Hauptdarsteller spiegeln sich nicht zuerst die Probleme eines der ärmsten Länder der Erde, sondern die Würde und die Lebensmöglichkeiten, die sie in ihrer eigenen Welt entfalten…
(Empfehlung der Jury der Evangelischen Filmarbeit als Film des Monats Februar 1990).
Auf einer symbolischen Ebene erzählt der Film von Hoffnungen der dritten nachkolonialen Generation, die Fixierung auf westlichen Lebensstil und Standard zu überwinden und an der scheinbar schon verschwundenen eigenen Kultur wieder anzuknüpfen.
(EZEF Fernsehtips, Nr.100).
