Der Film ist ein schlichtes, würdiges Denkmal für den mexikanischen Volkshelden Emiliano Zapata, der 1911 vom revolutionären Bauern zum Präsidenten der Republik aufsteigt. Als er sich eingestehen muß, daß die Revolution dem Lande zwar Veränderungen, aber keine Besserung gebracht hat, zieht er sich bald die Feindschaft seiner intriganten Kollegen zu, die den unbequemen Mann hinterhältig ermorden lassen…
Historische Filme kranken meist daran, daß sie infolge der feststehenden Tatsachen zu wenig Spannung aufbringen. „Viva Zapata“ versucht dieses Übel nicht, wie gewöhnlich, durch Kulissenzauber und reiche Ausstattung aufzuwiegen, sondern viel wirksamer mit der überzeugenden Echtheit der Menschen und des Milieus. Das Hauptverdienst hieran hat das Drehbuch, das von John Steinbeck, einem der namhaftesten Epiker unserer Zeit, verfaßt ist. Elia Kazan, der rühmlich bekannte Schöpfer der „Endstation Sehnsucht“, hat die Intentionen des Autors mit künstlerischer Klugheit in die Filmsprache übersetzt. Vorzüglich fotografiert, geben die sonnen überglühte, staubige Landschaft Mexikos und der melancholische Reiz der Dörfer einen malerischen Hintergrund für das Drama auf der menschlichen Ebene ab, in dem Marlon Brando an der Spitze eines ausgezeichneten Ensembles erneut sein großes Können beweist.
„Viva Zapata“ ist ein Film mit bedeutsamer menschlicher und geschichtlicher Aussage: er führt die Fragwürdigkeit der Revolutionen, auch der berechtigten, und die verhängnisvollen Veränderungen, die der Besitz der Macht im Menschen hervorruft, eindrucksvoll und lehrreich vor Augen.
