Die rumänische Revolution im Dezember 1989 und erst recht der Golfkrieg haben den medien-kritischen Theorien, die in der Entwicklung der elektronischen Techniken eine fundamentale Umwälzung unserer Wahrnehmungs-, Urteils- und Erkenntnismöglichkeiten erkennen wollen, eine unerwartete Popularität beschert. Eine Revolution, die im Fernsehen zelebriert, und ein Krieg, der elektronisch kontrolliert wurde, haben das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und den Informationsgehalt der Bilder erschüttert. Die Bedeutung des Filmes „Videogramme einer Re-volution“ besteht darin, daß die Filmemacher die Auseinandersetzung mit den elektronischen Bildern auf deren eigenem Feld führen. Sie bedienen sich dabei der klassischen Mittel des dokumentarischen Filmessays: der Montage und des Kommentars. Ihr Material sind die Aufzeichnungen jener Kameras, die während der Tage vom 20. bis zum 24. Dezember 1989 in Bukarest in Aktion traten…
Dokumentarfilm, montiert aus mehreren hundert Stunden Bildmaterial zur Revolution in Rumänien, die in den letzten Dezember-Tagen des Jahres 1989 zum Sturz Ceaucescus führte. Er demonstriert einerseits die Strategien der alltäglichen televisionären Inszenierung von Macht und rückt andererseits den Stellenwert des Fernsehens in der rumänischen Revolution in ein anderes Licht, als es die offiziellen Bilder bislang zeigten. Eine anspruchsvolle medienkritische Auseinandersetzung mit dem Informationsgehalt von (Fernseh-)Bildern, deren Untersuchung zur Wirklichkeit zurückführt.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
