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Tulpan

Tulpan

Ort der Handlung: die gleichförmige kasachische Steppe. Darin: Zwei Jurten, ein Stall und Schafe. Viele Schafe. Und: Askhat, der gerade seinen Militärdienst als Matrose beendet hat. Askhat träumt davon, die Moderne in Form eines Hauses mit Solardach, Satellitenschüssel, Strom und 900 Fernsehkanäle in die öde Heimat zu holen. Dazu braucht er aber eine eigene Schafherde, und die bekommt er erst von seinem Schwager, wenn er auch eine Frau hat. In Frage kommt nur eine Kandidatin: Tulpan. Doch als Askhat bei ihren Eltern um Tulpans Hand anhält, erwartet ihn eine böse Überraschung: Tulpan hat ihn hinter dem Vorhang beobachtet und seine Ohren für zu groß befunden. Für Askhat aber ist Tulpan nicht viel mehr als ein verführerisches Vorhangrascheln, sehr geeignet für große Träume…

Behutsam verbindet Regisseur Dwortsewoi die verschiedenen Konflikte zwischen Moderne und Tradition, Natur und Mensch, Traum und Wirklichkeit zu einer liebenswerten und amüsanten Geschichte; ganz ohne Melodram. Die Kamera verweilt in langen Bildern bei seinen Protagonisten – geduldig zwar und ruhig, aber eben auch beständig. Die Enge der Jurte und die Weite der Steppe ergänzen einander in “Tulpan” zu einem “doppelsinnigen, lyrisch-naturalistischen Porträt eines Landes ohne Chance – und der grenzenlosen Möglichkeiten”. (film-dienst 11/2009)