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The Green Wave

The Green Wave

Ein politisches Manifest voller Anteilnahme, voller Parteilichkeit und dennoch eine präzise Dokumentation ist dieser Film des in Köln lebenden iranischen Filmemachers Ali Samadi Ahadi.

Er berichtet von den manipulierten Präsidentschaftswahlen im Iran im Juni 2009 und der darauf folgenden ‘Grünen Bewegung, die schnell zur Protestbewegung und einer ‘urbanen Revolte‘ anwuchs, die das Mullah-Regime massiv infrage stellte. So erlebt man die Ereignisse chronologisch nacherzählt, beginnend mit dem Mai 2009, als der normale Wahlkampf zu einer Bewegung anschwoll, bis in den Herbst 2009. Man wird mit der Realität in den Gefängnissen des Regimes konfrontiert, wo Folter, Vergewaltigung, Totschlag und Mord an der Tagesordnung sind. Weil es jedoch naturgemäß keine Bilder aus den iranischen Foltergefängnissen und Todeskellern gibt, wurden diese nach den Erzählungen von Augenzeugen animiert.

Dieses Verfahren ist gleichzeitig detailgetreu und doch so verfremdet, dass der Eindruck eher noch stärker ist, weil ein Teil des realen Schreckens der Vorstellung des Betrachters überlassen bleibt. Ahadi hält Abstand zu den Ereignissen, räumlich wie zeitlich; dennoch ist sein Film spürbar vom Eindruck der Ereignisse, von der politischen Leidenschaft, anfänglicher Begeisterung und radikaler Enttäuschung geprägt. Gleichzeitig beklagt er die Ignoranz des Westens, dessen abwartende Haltung zum Scheitern der ‘Grünen Bewegung’ beigetragen hat.