Ein Film aus dem Land der Dogon, gedreht am atemberaubenden Bandiagara-Kliff: Yayeme, eine junge Dogon-Frau, erobert eines Nachts die Maske des Geistes Albarga, Sinnbild der Macht. Yayeme kann nun bestimmen: Alles soll anders sein zwischen Mann und Frau. Männer tragen das Wasser, nähren die Kinder, dienen den Frauen. Frauen tragen Hosen und bestimmen die Geschicke der Dorfgemeinschaft. – „Tafe Fanga“ war der Publikumserfolg des Jahres 1997 beim Panafrikanischen Filmfestival von Ouagadougou in Burkina Faso.
Die Macht des Hüfttuchs
Während eines Erzählabends nimmt der Griot Sidiki Diabate einen Vorfall zum Anlass, um seine ZuhörerInnen auf der Falaise von Bandiagara in die Vergangenheit des Dogonvolkes zu führen. Die grosse Maske der Falaisegeister, Albarga, fällt als Machtsymbol in die Hände der Frauen. Chaos herrscht, die Frauen tauschen Hüfttuch gegen Hosen ein, und ihre Macht wächst von Tag zu Tag.
Dieser dritte Spielfilm von Adama Drabo, der am Fespaco 1997 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde, ist eine Freude für Auge, Herz und Seele. In den gewaltigen natürlichen Dekors von Mali gedreht, regt diese Komödie à la Molière dennoch zum Denken an. Provokativ stellt sie einige wesentliche Fragen: Welchen Platz nimmt die Frau in der afrikanischen Gesellschaft ein, wie kann man mehr Gegenseitigkeit und Gleichheit zwischen Frauen und Männern erreichen? Wenn man auch aus vollem Herzen über die Männer im Hüfttuch lacht, die unfähig sind, Feuer anzufachen und Wasser auf dem Kopf zu tragen, kann man nicht umhin, eine gewisse Bitterkeit zu verspüren: In der Realität scheint die Gleichheit in der Verschiedenheit noch so weit entfernt zu liegen…

