„Wie oft hast du ‚Der mit dem Wolf tanzt‘ gesehen? Du musst schauen wie ein Krieger, dann respektieren dich die Weißen,“ sagt Victor zu seinem Freund Thomas. „Aber meine Vorfahren waren doch Fischer!“ antwortet der.
Mit Selbstironie stellt Regisseur Chris Eyre das traditionelle Indianerbild vom Kopf wieder auf die Beine. Victor und Thomas sind zwei junge Coeur-d’Alene-Indianer aus Idaho. Als Victors Vater, der vor langer Zeit die Familie verlassen hat, stirbt, machen sich die beiden Freunde auf den Weg nach Arizona, um die Asche des Vaters zu holen. Ihre Reise konfrontiert sie mit ihrer Identität zwischen zwei Kulturen, mit ihrem Schicksal zwischen Vorurteilen und Traditionen. Sie finden sich selbst…
Das in Sundance euphorisch bejubelte Regiedebut von Arapaho-Cheyenne-Indianer Chris Eyre ist ein Glücksfall des aktuellen amerikanischen Kinos: Ein stimmungsvolles Roadmovie, das zärtlich und lakonisch Poesie mit Politik verknüpft und mit selbstironischem Witz mit den Kinoklischees Tomahawk schwingender Rothäute abrechnet. Ganz nebenbei ist Smoke Signals der erste Film, der ausschließlich mit und von Native Americans produziert wurde. Wobei Sherman Alexie vom Spokane und Coeur-d’Alene-Stamm, auf dessen Kurzgeschichte der Film basiert, auf diesen politisch korrekten Ausdruck pfeift: „Indianer nennen einander Indianer“.
