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Silent Waters

Silent Waters
Khamosh Pani

Punjab 1979: Ayesha ist eine scheinbar gut situierte Frau in den besten Jahren, deren Leben sich um ihren verträumten achtzehnjährigen Sohn Saleem dreht. Saleem ist bis über beide Ohren in Zubeida verliebt. Ayeshas Mann ist bereits seit einiger Zeit tot, und sie muss sich zusätzlich zu ihrer spärlichen Rente mit Koranstunden für junge Mädchen über Wasser halten.
Saleem schließt sich einer Gruppe islamischer Fundamentalisten an und verlässt Zubeida. Ayesha verfolgt die Veränderung Ihres Sohnes mit Sorge. Als Sikh-Pilger aus Indien in das Dorf strömen, eskalieren die Ereignisse (filmz.de). Goldener Leopard 2003.

Die pakistanisch-deutsch-französische Gemeinschaftsproduktion wurde von der wohl einzigen unabhängigen pakistanischen Filmemacherin ausschließlich an Originaldrehorten in Pakistan realisiert. Gleichzeitig ist es der erste Wettbewerbsgewinn eines Films aus der südasiatischen Region in Locarno seit zwanzig Jahren.

Sabiha Sumar erzählt in ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm von einer Frau, die während der Teilung von Indien und Pakistan ihre wahre Herkunft verbergen musste, um zu überleben. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und verbindet ein komplexes Einzelschicksal mit den politischen Entwicklungen in Pakistan von 1947 bis heute. Die Folgen von Krieg und Fanatismus jeglicher Couleur werden an einem lebendigen Beispiel erfahrbar. Die Sensibilität, mit der Sabiha Sumar die Entwicklung ihrer Figuren zeichnet, erlaubt einen neuen Zugang zu der Geschichte und Kultur Pakistans.
Die bekannte indische Schauspielerin Kirron Kher wurde mit einem silbernen Leoparden für ihre Rolle der Ayesha ausgezeichnet. Neben zwei lobenden Erwähnung von der Jugendjury und der FICC, der Internationalen Dachorganisation der Filmklubs, erhielt der Film einstimmig den großen Preis der Ökumenischen Jury, die in ihrer Begründung schreibt: „Ausgeführt mit großer Sensibilität zeigt der Film am Beispiel der beiden Frauen Ayesha und Zoubida, wie die Religion menschliches Leben in Gemeinschaft fördert, aber auch wie Religion benützt werden kann, um Zwietracht und Angst zu säen, Botschaften von großer Wichtigkeit und Dringlichkeit in unserer heutigen Welt.“
Der Gewinn dieser Preise auf einem der wenigen A-Festivals in Europa bestätigt einmal mehr die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Kleinen Fernsehspiels auch bei internationalen Kino-Koproduktionen und stellt eine große Ermutigung für die länderübergreifende Produktion und Zusammenarbeit dar.

Quelle: www.zdf.de