Öffnet in einem neuen Tab

Shambhala

Shambhala

Fernöstliche Religionen haben hierzulande Hochkonjunktur. Besonders seit dem Zusammenbruch des Sozialismus suchen viele nach einem „Ersatz“ für verlorene Werte. So läßt sich auch der Erfolg von Filmen wie u.a. „Bodhi Dharma“ erklären. „Shambhala“ knüpft nahtlos an diesen Trend filmischer Sinnsuche an und begleitet den jungen mongolischen Lama Zagdsuren auf seiner Suche nach dem mythischen Königreich Shambhala. Dieses geheimnisvolle Reich des Friedens soll nach alten asiatischen Überlieferungen irgendwo nördlich des Himalaja existieren. Aber nur wer innerlich befreit ist, sein Ich vergessen hat, wird Shambhala finden. Der Nicht-Erleuchtete wird lediglich kahle Felsen vorfinden. So künden es schon die ‚Bibeln‘ des tibetanischen Buddhismus, das ‚Kangyur‘ und das ‚Tengyur‘.

Und da im Herzen jedes Mongolen die Sehnsucht nach Shambhala wie ein Feuer brennt, macht sich Zagdsuren – begleitet fon einem zwölfköpfigen Filmteam – im Sommer 1992 auf die beschwerliche Wanderung durch die Steppen der Mongolei, die Wüste Gobi, über die eisigen Pässe des Himalaya bis zu den heiligen Ufern des Ganges. Zagdsuren war nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, unter dessen Herrschaft der Buddhismus 70 Jahre lang verboten war, einer der ersten, der 1989 wieder die orangerote Robe der Lamas anzog und sich zur Religion seiner Väter bekannte. Nun muß er auf seiner Pilgerreise erkennen, dass das „Wolfsgesetz“ des Kapitalismus, das Streben nach Haben und mehr Haben erneut die Sicht auf das Wesentliche verstellt. Und langsam entdeckt Zagdsuren auf seiner Wanderung, bei der er auch dem Dalai Lama und anderen buddhistischen Würdenträgern begegnet und in gewalttätige Auseinandersetzhungen zwischen radikalen Sikhs mit der indischen Polizei gerät, dass die Suche dnach Shambhala ihn in verborgene Bereiche seines eigenen Geistes geführt hat.

Ein Filmteam begleitet einen jungen buddhistischen Mönch auf seiner Suche nach dem verborgenen Königreich Shambhala, die letztlich zu einer Reise ins Ich wird. Meditatives „Roadmovie“, das seine beeindruckenden Landschaftsaufnahmen zu einem Werbefilm für den Export-Buddhismus tibetanischer Prägung benutzt und jede kritische Auseinandersetzung vermissen läßt.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
Copyright 2000 Net World Vision GmbH, München