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Sankofa

Sankofa

Das afro-amerikanische Fotomodell Mona macht Fotoaufnahmen vor dem einstigen Sklavenfort Elmina am Strand von Ghana. Durch einen Zeitsprung gerät sie in die Zeit der Sklavenverschiffung. Ihr Protest „Ich bin Amerikanerin!“ verhallt ungehört. Sie findet sich als Sklavin auf einer Zuckerrohrplantage auf Jamaika wieder.
„In seine Vergangenheit zurückkehren, sie dem Vergessen entreißen, um sich der Zukunft zuzuwenden“ bedeutet ‚Sankofa‘ in der afrikanische Sprache Akan.

In seinem 1993 fertig gestellten Spielfilm präsentiert der äthiopische Regisseur Haile Gerima die Geschichte des Sklavenhandels erstmals aus afrikanischer Sicht. Sankofa ist ein Wort aus der Akan-Sprache Ghanas und heißt soviel wie: Rückblick auf die Vergangenheit, um vorwärts zu kommen. Ausgangsort des Films ist das Cape Coast Castle an der Westküste Ghanas. In den unterirdischen Zellen dieses von Europäern erbauten mächtigen Forts wurden über Jahrhunderte afrikanische Sklaven eingekerkert, bevor sie – in Ketten gelegt – per Schiff nach Amerika verschleppt wurden, auf die Plantagen der europäischen Kolonialherren. Heute besuchen weiße Touristen diesen Ort unvorstellbaren Schreckens.
Der Hauptperson des Films, dem afroamerikanischen Model Mona, dient das Fort als exotische Kulisse für Modeaufnahmen mit einem weißen Fotografen. Doch als sie die steinernen Stufen zu den ehemaligen Kerkerzellen hinabsteigt, fällt plötzlich die Stahltür hinter ihr ins Schloss, und sie wird selbst zur Gefangenen. Aus dem Fotomodell Mona wird die Sklavin Shola, die – mit anderen Kerkerinsassen – auf eine Zuckerplantage in der Karibik verschleppt wird. Ihr Martyrium endet erst, als es zum Aufstand der Sklaven kommt. – Der Film wurde 1993 beim panafrikanischen Filmfestival in Burkina Faso als bester Film ausgezeichnet und gewann im selben Jahr beim Filmfestival in Mailand den großen Preis.