Der jugendliche Pepe, ein Nachfahre samoanischer Ureinwohner, lehnt sich gegen den Vater und die westliche Zivilisation auf und versucht, im Einklang mit den alten Göttern und Legenden zu leben. Seine Ausgrenzung bringt ihn in Konflikt mit Gesetz, Gesellschaft und Kirche. Ein anspruchsvoller Film wegen seiner Struktur sowie dem philosophischen und zivilisationskritischen Hintergrund.
Dieser erste Spielfilm aus Samoa, der exotischen Südsee-Insel am anderen Ende der Welt, spielt in einer Gesellschaft, die gefangen ist zwischen ihren traditionellen Werten und den attraktiven Illusionen der modernen westlichen Zivilisation.
Pepe, Sohn eines erfolgreichen Geschäftsmannes, protestiert gegen seine kolonialistisch geprägte Umwelt und besinnt sich auf die alte Kultur seines Volkes. Er sieht sich als Abkömmling der alten Götter Samoas und wird zum kompromißlosen Rebellen.
In einer modernen Welt, aus der die Götter vertrieben worden sind, stellt Pepe sich seinem Schicksal mit einem frechen, rebellischen Geist und bewahrt sich so eine ironische Würde.
„Martyn Sandersons Debüt „SAMOA“ überzeugt, weil es nicht laut anklagt, sondern nüchtern beobachtet. Die Hauptfigur Pepe steht für alle Menschen der Dritten Welt, die von der elitären Arroganz westlicher Nationen überrannt werden und einen fast aussichtslosen Kampf um ihre geistige Unabhängigkeit führen.“
CINEMA
„Dieser Film pulsiert vor lauter Poesie, Gewalt und lebendigen Charakterisierungen.“
US PUBLISHER’S WEEKLY
„SAMOA“ wurde beim 3. Tokyo Filmfestival im Oktober 1989 uraufgeführt und mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Beim Amiens Film Festival gewann „SAMOA“ den Grand Prix de la Ville d’Amiens als wichtigsten Beitrag zum Verständnis der Identität und Kultur eines Volkes.
Biographisches
Martyn Sanderson
Der Regisseur und Drehbuchautor über den Roman „Flying Fox in a Freedom Tree“ von Albert Wendt:
„Nach dem Lesen fühlte ich mich menschlicher. Ich weiß nicht genau, was diese Geschichte so aufregend macht, wahrscheinlich der Konflikt zwischen dem kulturellen Hintergrund und den metaphysischen Ideen.“ Sanderson erwarb die Filmrechte und entwickelte ab 1987 das Drehbuch in enger Zusammenarbeit mit Albert Wend.
„SAMOA“ ist Sandersons Regie-Debüt, aber er ist schon seit 25 Jahren bekannt als Regisseur und Produzent von Dokumentarfilmen. Als Schauspieler hat er sich ebenfalls in Neuseeland und Australien einen Namen gemacht. Seit einiger Zeit arbeitet Sanderson vor allem als Autor von Drehbüchern.
Albert Wendt
Wendt wurde auf Samoa geboren und gilt als interessantester Schriftsteller des südpazifischen Raumes. 1988 bekam er einen Ruf als Professor für neuseeländische und pazifische Literatur an die Universität von Auckland, was bis dahin für einen „Ureinwohner“ undenkbar war. Das Drehbuch zu „SAMOA“ beruht auf zwei Romanen von ihm: „FLYING FOX IN A FREEDOM TREE“ (1974) und „LEAVES OF THE BUNYAN TREE“ (1979). Wendts Thema ist der Konflikt zwischen der traditionellen Lebensweise auf Samoa und dem Einfluß der westlichen Zivilisation. Seine Erzählungen und Romane sind im englischen Sprachraum weit verbreitet.
Faifua Amiga jr.
Schon 1984 spielte der inzwischen neunzehnjährige Samoaner eine Hauptrolle in „Kingpin“. Doch auch nach Samoa hat er es nicht eilig damit, seine Karriere fortzusetzen: „Ich nehme keinen Schauspielunterricht oder so etwas. Wenn der Erfolg kommen soll, dann wird er kommen. Ich mache einfach das, was sich ergibt.“
