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Romero

Romero

Am 3. Februar 1977 wurde Oscar Arnulfo Romero zum Erzbischof von San Salvador gewählt. Der Film zeichnet die dreijährige Amtszeit sowie die persönliche Entwicklung des Bischofs nach: Romero trat als Wunschkandidat der konservativen kirchlichen Gruppen El Salvadors und der herrschenden Oligarchie an, wandelte sich jedoch zum unbestechlichen und streitbaren Anwalt des ausgebeuteten, geschundenen Volkes. In seinen Hirtenworten prangerte er Ungerechtigkeit und Terror an. Erzbischof Romero wurde am 24. März 1980 am Altar während einer Meßfeier von einem gedungenen Killer der Todesschwadronen ermordet.
In relativ schlichter Inszenierung zeichnet der Film mit Mitteln des politischen Thrillers, der Charakterstudie und des Melodrams Stationen aus dem Leben Romeros nach. Trotz filmsprachlicher Klischees und einiger sentimentaler Momente entsteht dabei ein differenziertes und glaubhaftes Bild der Entwicklung sowohl des Menschen als auch des kirchlichen Würdenträgers Romero. In jedem Moment ist dabei das seriöse Anliegen des Films spürbar, was vor allem an der Darstellung des Erzbischofs liegt, der in seinem inneren Ringen um eine konsequente christliche Haltung gegenüber dem Unrechtsregime vielschichtig und subtil interpretiert wird. Zur thematischen Substanz des Films gehört auch die Beschreibung der Situation der Kirche in El Salvador, ebenso die Hinwendung zu Themen der „Theologie der Befreiung“, die anschaulich in ein populäres Medium übertragen wurden. (film dienst: Kinotip 16/10 89)

Der australische Regisseur John Duigan („The year my voice broke“; „Winter of our dreams“ liefert mit dem in den USA produzierten Romero einen ernstzunehmenden Beitrag zur Situation der Kirchen in Lateinamerika. (…)

Auch die hohe Qualität der Darsteller, namentlich Raul Julia (u.a. „Kuss der Spinnenfrau“) trägt entscheidend zur Überzeugungskraft dieses opulenten dokumentarischen Dramas bei. (Martin Rabius; epd film 11/89)