Eine für das afrikanische Kino ungewöhnlicher Film: eine – von einer Regisseurin gedrehte – Beziehungs- und Sexualgroteske in der gehobenen Funktionärsschicht Burkina Fasos; eine Ehe-Miniature, die die Verletzungen, die das tradierte klassische männliche Rollenverhalten für die Partnerin bedeutet, genau und sensibel registriert. Mit Tempo, Rhythmus und Musikalität hat Fanta Nacro einen modernen Stadtfilm realisiert. Ein Ehepaar wird in einer Frühstücksszene vorgestellt: ihre frühere Liebesbeziehung ist längst im tristen Alltagstrott verlorengegangen, auch wenn ihre Tochter jeden Morgen noch begeistert das Video der elterlichen Hochzeit ansieht. Eine Senegalesin versteht es, den Ehemann in ihren Bann zu ziehen. Er glaubt, nicht mehr von ihr lassen zu können. Die Regisseurin beobachtet die Reaktionen, Enttäuschungen und Rachegefühle der Ehefrau. Die witzige Bloßstellung des Mannes (zum Schluß durch beide Frauen) wie die Direktheit des sexuellen Diskurses sind im afrikanischen Kino ohne Beispiel.
Puk Nini
Puk Nini
Dienstag, 14. Mai 1996,
Burkina Faso, 1995
Regie:
Fanta Régina Nacro
Länge:
32 Minuten
Fassung:
O.m.eng.U
Format:
35 mm
Handlungsland:
Burkina Faso
Stichworte:
Sexualität, Afrika, Kurzfilm, Frauen / Mädchen
Verleih:
Festivalkopie
