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Pitcairn – Endstation der Bounty

Pitcairn - Endtstation der Bounty

Vor genau 200 Jahren im Jahre 1790 besiedelten die flüchtigen Meuterer der „Bounty“ mit ihren tahitianischen Frauen das unzugängliche und weitabgelegene Eiland Pitcairn. 46 ihrer Nachkommen leben noch heute auf dieser zu Großbritannien gehörenden Insel. Trotz aller modernen Technik sind sie weitgehend isoliert: ein Flugplatz kann genausowenig gebaut werden wie ein Hafen. Die Versorgung wird über Schiffe abgewickelt, die unregelmäßig vorbeifahren und ihre Fracht auf See in kleine Boote umladen. Inselleben pur.

Über die „wahre Geschichte“ von der „Meuterei auf der Bounty“ und ihre Folgen.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der „Meuterei auf der Bounty“ und ihre Verfilmungen aus der Traumfabrik Hollywood. Dabei wissen vergleichsweise wenige – zumindest in Deutschland -, daß diese scheinbar fiktive Story in Wahrheit nicht den Eingebungen eines Autorenhirns ihr Dasein verdankt, sondern sich tatsächlich zeitgleich mit der französischen Revolution fernab in der Südsee zugetragen hat.

Die historische Tatsache allein ist nach literarischer Bearbeitung und Filmadaption nun nicht mehr weiter aufregend, wäre da nicht die mysteriöse Insel Pitcairn inmitten des Pazifiks, die den Schlußpunkt der Odyssee Fletcher Christians und seiner Mitverschworenen nach der Meuterei markiert. Hier lebt, isoliert von der Außenwelt, eine Mini-Gemeinschaft von nurmehr 46 Insulanern, in deren Adern zu einem hohen Prozentsatz immer noch Meutererblut fließt. Die vom Roman bekannten Namen Christian, Young und Browne dominieren auf der Insel. (R. Stegen)

Vor zweihundert Jahren wurde ein Ausbruchs- und Ausstiegsversuch zum Mythos und lieferte Stoff für die Weltliteratur: „Die Meuterei auf der Bounty“. Über die Gründe, die zu der Meuterei führten, ist viel spekuliert worden. Die Schuld an ihr lasteten Autoren und Historiker überwiegend dem angeblich brutalen, sadistischen Kapitän Bligh an. Von Befehlsverweigerung, Aufruhr, Meuterei war die Rede. Ein Felsklotz inmitten des Stillen Ozeans markiert noch heute den Endpunkt der „Bounty“-Odyssee. Dieser Felsen – eine paradiesische Insel – war von den Meuterern der „Bounty“ und ist heute von ihren Nachfahren bewohnt. Die Nachfahren des Fletcher Christian und des Kapitäns Bligh leben hier fern jeder Zivilisation von dem, was Insel und Meer hergeben. Dennoch hat die Gegenwart die Insel Pitcairn eingeholt. Sie ist immer dann von radioaktiver Strahlung bedroht, wenn die Franzosen im Bereich des Mururoa-Bereichs eine Atombombe zur Explosion bringen. (Info HR3; Nr.35/90)