Ein kleines Dorf. Unter einem Baum ein Mann, still, geduldig. Ein Mann, der wartet: auf den Bus, auf seinen Sohn, der aus der Hauptstadt zurückkehren sollte. Die Nacht senkt sich auf den Wartenden. Dann, endlich, kommt der Bus. Der Vater sucht, befragt die Reisenden, umsonst. Sein Sohn ist nicht da. Dann besteigt er wieder das Boot, um heimzukehren. An den folgenden Tagen dasselbe Bild: Der alte Mann, in der Hoffnung auf die Rückkehr des geliebten Sohnes, ein zunehmend sorgenvolles, ein bedingungsloses Warten. Bis der Vater erfährt, daß sein Sohn nach einer Studentendemonstration verhaftet wurde.
Jetzt bricht der Alte in die Stadt auf: Ins Inferno der Amtswillkür, der Menschenverachtung, der Seelenlosigkeit, der Staatsgewalt. Schlimmstes ist zu ahnen, die Schwester des Gesuchten ermißt die Tragödie. Doch niemand wagt, dem Vater die Wahrheit zu sagen. Und so wartet er, zurück im Dorf, weiter. Am Schluß treibt eine einsame Barke ins Herz der Nacht.
Shajis Geschichte ist von wunderbarer Einfachheit, und er erzählt sie mit liebevoller Behutsamkeit, die fesselt, bewegt, ins Unendliche reicht. Der Tod ist zugleich Geburt, und aus der zwingenden geistigen, verinnerlichten und tief poetischen Kraft des Films kristallisieren sich die traditionellen Werte als die einzige Wahrheit heraus: als Grundlage zu neuem Handeln weit über das Einzelschicksal hinaus.
