Für die einen ist sie eine blutdürstige Teufelin, andere achten sie als weiblichen „Robin Hood“, Inderinnen verehren sie als Göttin, die stellvertretend für sie ihre Ehre verteidigte: Im Februar 1983 stellte sich Phoolan Devi mit ihrer Bande der Polizei. Die „Königin der Banditen“ stand damals sogar in Europa im Mittelpunkt des Interesses. Die Regisseurin Mirjam Quinte läßt Phoolan Devi selbst erzählen, über ihre Vergangenheit und ihre Erfahrungen als Frau in Indien.
Dokumentarfilm über die indische Banditenführerin Phoolan Devi, die unter nicht genau geklärten Umständen 18 Männer einer höheren Kaste tötete, die sie vergewaltigt hatten. Gerade 20jährig, stellte sie sich 1983 der Justiz und wartet bis heute in einem Gefängnis auf ihren Prozeß. Der Film geht von den Legendenbildungen um diese Frau aus, die zur sozialen Rebellin stilisiert wurde, die die Reichen überfällt und die Beute an die Armen verteilt. Die Faszination von der im sozialen wie ethnischen Zusammenhang fremden Person führt zu einer aufmerksamen, unaufdringlichen Reflexion über die Macht von Mythen, Legenden und archaischen Bildern, die menschliches Handeln und Wahrnehmen bestimmen.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
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