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O AMOR NATURAL

O AMOR NATURAL

Die in Holland lebende Peruanerin Heddy Honigmann (“Metall und Melancholie”) hat mit diesem Film ein faszinierend unorthodoxes und unterhaltsames Experiment gewagt: Sie hat in Rio de Janeiro auf Märkten, in Bars oder auf der Rennbahn ältere Frauen und Männer gebeten, vor der Kamera die erotischen Gedichte des brasilianischen Poeten Carlos Drummond de Andrade vorzulesen. Dabei werden Erinnerungen an sexuelle Erlebnisse, Sehnsüchte und Lüste wach; es wird ein spannungsreiches Bild einer Generation entworfen, die mit ihrer Offenherzigkeit alle Klischees über das Alter als Lügen entlarvt.

Heddy Honigmanns vielfach preisgekrönter Dokumentarfilm ist ein intimes, heiteres, aber auch nachdenkliches Portrait Brasiliens, des Dichters und der Beziehungen zwischen Frauen und Männern.

Alte Brasilianer rezitieren posthum veröffentlichte erotische Gedichte des 1987 verstorbenen Schriftstellers Carlos Drummond und reflektieren an Hand seiner Poesie ihre eigene sexuelle Vergangenheit. Ein nur in Ansätzen gelungener Dokumentarfilm, der das Vorurteil uneingeschränkter brasilianischer Lebensfreude für seine Zwecke zu nutzen versucht und neben dichten Porträts immer wieder zu lieblos abgefilmten Postkarten-Eindrücken greift. Da auch die Auswahl der Protagonisten beliebig erscheint, verschwindet die Idee des Films allzu häufig hinter folkloristischen Klischees. (O.m.d.U.)
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
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