„FAD, YAL“ versucht, das Portrait eines Dorfes, seiner Geschichte und seiner Geschichten zu zeichnen.
Entstanden aus einer umfassenden ethnologischen Studie erzählt die senegalesische Regisseurin vom reichen Erbe an Sitten, Bräuchen, Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Bewohner des Dorfes Fad Jal. Großartige Bilder und Kamerfahrten veruchen auch die sakralen Dimension dieser „unberührten“ Welt anzudeuten. Fraglich ist allerdings, wie lange dieser „sens du sacré“ für die Afrikaner selber noch nachvollziehbar ist. Der Film zeigt nämlich gleich zu Beginn, daß die junge Generation in der Schule mehr über den französischen Sonnekönig als über die Wurzeln der eigenen Tradition erfährt. Er deutet auch an, daß die Erzähltradition eines Tages zum Erliegen kommen könnte, wenn keine Greise mehr da sind, die sie weiterführen. Denn „ein Greis, der stirbt, ist aber (in diesen Dörfern) eine Bibliothek, die verbrennt“.
