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Nanuk, der Eskimo

Nanook Of The North

In den Jahren 1920/21 zog Flaherty im Auftrag einer amerikanischen Pelzfirma in die Arktis, um in kaum erschlossenen Schneewüsten das Bildmaterial für diesen Dokumentar-Stummfilm zu sammeln. Flaherty suchte sich für seine Beschreibung des Lebens der kanadischen Eskimos den Eskimo Allakariallak, den er „Nanook“ nannte und dem er eine „Filmfamilie“ zu Seite stellte. Nanook zeigt dem Filmemacher und uns das entbehrungsreiche Leben der Innuit am Anfang der Zwanziger Jahre in zahlreichen Beispielen von der Fisch- und Robbenjagd bis zum Iglu-Bau.

Mit NANOOK OF THE NORTH schuf Robert Flaherty zugleich ein Genre und einen Stil, deren Meister er selbst blieb. Seitdem ist „NANUK“ aus der Geschichte der siebten Kunst nicht mehr wegzudenken.

Begleitet wird der Film von DJ ROKIN:
DJ Rokin (Hot Source) interpretiert den Film mit atmosphärischen Instrumental Down Beats musikalisch unverwechselbar und neu.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Allerweltskino, Stummfilm:DJ, jfc Medienzentrum

Bildrecht Nanuk+DJ: A.Jungeblodt

Der Dokumentarfilm schildert das Leben der kanadischen Eskimos anhand der individuellen Geschichte einer Familie, mit der Robert Flaherty mehr als ein Jahr herumgezogen ist. Er wurde bei den Eskimos, besonders von Nanook und dessen Familie, gut aufgenommen. Dank ihrer Mitarbeit gelang es ihm, ihre täglichen Aktivitäten detailliert und liebevoll zu filmen; sie waren sogar bereit für den Film die gefährliche Walroßjagd zu wagen, die seit dem Eindringen der Weißen immer seltener unternommen worden war.

Robert Flaherty gilt als Schöpfer des Dokumentarfilms, den er – wie keiner neben ihm – auf die Höhen künstlerischer Aussagekraft über die Wirklichkeit des Menschen und der Natur führte. Einer seiner ersten Filme ist „Nanuk der Eskimo“. In den Jahren 1920/21 zog Flaherty im Auftrag einer amerikanischen Pelzfirma in die Sub-Arktis, um in kaum erschlossenen Schneewüsten das Bildmaterial für diesen zu sammeln. Steidem ist „Nanuk“ aus der Geschichte der siebten Kunst nicht mehr wegzudenken. (aus: Film-Dienst, Oktober 1952)

Mit Nanook of the North schuf Flaherty zugleich ein Genre und einen Stil, deren Meister er selbst blieb. Er schildert das Leben der kanadischen Eskimos nicht abstrahierend, in der Manier üblicher Dokumentarfilme, sondern am konkreten Einzelfall. Weder trug er eine vorgefaßte Geschichte in ein Milieu hinein, noch beließ er es bei dessen allgemeiner Darstellung, sondern er entwickelte eine individuelle Geschichte, deren Helden „Namen und Vornamen“ tragen, wie Zavattini es verlangt, aus dem Milieu heraus. Freilich konnte dieses Verfahren nur dort Erfolg haben, wo das Individuum ganz und gar von den äußeren Lebensumständen definiert wird, sein Dasein im akuten Lebenskampf sich erschöpft. Auch Flahertys Stil ist Ausdruck seiner Thematik. In Nanook of the North lenkt er „die Aufmerksamkeit darauf, daß Nanooks Speer in einem steilen Winkel gewichtig wirkt und schließlich in seiner senkrechten Starrheit tapfer“ (John Grierson). Fotografie und Schnitt interpretieren in allen Filmen Flahertys das Leben seiner Helden als Kampf. (…)
(Geschichte des Films, 1962, S. 124)