Nangula Gideon und Nangula Cornelius sind zwei Namibianerinnen Anfang 20, die gemeinsam ihre Kindheit im Exil in der DDR verbrachten. 1990 kamen sie als Schülerinnen in das afrikanische Land zurück, das sie Jahre zuvor während des Befreiungskrieges verlassen mussten. Der Film begleitet die jungen Frauen auf der Reise von der modernen Hauptstadt Windhoek in den traditionellen Norden des Landes, wo die Familien der beiden wohnen. Auf natürliche und unterhaltsame Weise führen uns die zwei Frauen durch das jüngste unabhängige Land Afrikas. „Die Schwarzen sagen, du bist zu deutsch – wir sind halt deutsche Afrikaner.”
(Nangula Gideon)
Im Gegensatz zu den Schülerinnen lebte der 19jährige Farmersohn Franz Kurz in Namibia unter der südafrikanischen Besatzung. Durch ihn erfahren wir etwas über das Leben als Farbiger während der Apartheid und welche Perspektiven es heute und morgen für junge Namibianer gibt.
Die Hauptpersonen des Filmes treffen sich einmal die Woche im „Ossiclub“ in Windhoek. Den Namen haben sie sich, in Anspielung auf die gemeinsame Kindheit in der DDR, selbst gegeben.
Als viele namibianische Kinder auch in den Flüchtlingslagern der Nachbarländer Angola und Sambia nicht mehr sicher vor den Angriffen der südafrikanischen Armee waren, wurden ab 1979 fast 2.000 Kleinkinder evakuiert, davon etwa 450 in die DDR. 1990, im Jahr der deutschen Wiedervereinigung, wurden diese dann kurzfristig in das gerade unabhängig gewordene Namibia zurückgeschickt. Heute leben die „deutschen Afrikaner“, wie sie sich teilweise selbst nennen, in Afrika und Europa. Welche Vorteile ihre Mehrsprachigkeit auch bringt, kulturell sind sie Wanderer zwischen sehr unterschiedlichen Welten. Ihre Familien, die oft noch im Kral wohnen, können sie mittlerweile besser verstehen, aber deren traditionelles Leben ist für die „Ossikids“ keine Perspektive mehr.
So ist die tausend Kilometer lange Film-Fahrt durch beeindruckende Landschaften auch eine Entdeckungsreise für seine Protagonisten. Spontan, lakonisch, lustig, staunend und nachdenklich führen uns die beiden Frauen durch das jüngste unabhängige Land des afrikanischen Kontinents und treffen dabei auf weitere spannende Menschen und Situationen.
Parallel zur Fahrt in den Norden begleiten wir Franz Kurz während seiner letzten Tage an der Deutschen Schule, deren erster farbiger Schüler er war. Er besucht seine Eltern im Damaraland und gibt mit der „Chaos-Band“ ein legendäres Abschiedskonzert im Schulhof.
Auch wenn die Hauptpersonen des Filmes das Land zunächst verlassen werden: Am Ende des Filmes dominiert das Gefühl, daß die junge Generation in Namibia den Rassenhaß überwinden kann und wird.
(ma 12.11.03)

