Slum-Dramen kann man vorwerfen, dass sie westliche Vorstellungen über das Elend in der so genannten Dritten Welt bedienen und zu einem schaurigen Vergnügen machen. In Mondomanila führt der philippinische Regisseur und Musiker Khavn de la Cruz das Genre ad absurdum. Slumbewohner spielen das ganze Repertoire des Slumfilms: Drogensucht, Prostitution, Gewalt und Kriminalität. Dokumentarästhetik wird hier bis zur Karikatur übersteigert. Werbeclips zum Beispiel für Slumwasser und Musikvideos durchbrechen die Kontinuität. Khavn liefert ein stilistisches Feuerwerk und bringt dabei vielleicht – zwischen Schock, Belustigung und Faszination – einen Einblick in die Slums von Manila, der mit keiner anderen Form möglich gewesen wäre: Sein Film ist auch eine Hymne an das Leben im Slum.
Für die StadtRevue ist “Mondomanila” einer der besten Filme, die 2012 in Deutschland – und nun bei uns in Köln – angelaufen sind.
Mondomanila
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