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Mapantsula

Mapantsula

Ein kleiner schwarzer Ganove, der sich in Soweto durchzuschlagen versucht und politisch desinteressiert ist, wird bei einer Demonstration eher zufällig verhaftet. Der anschließende Gefängnisaufenthalt und der Druck der Polizei zur Denunziation von Bürgerrechtlern lassen bei ihm einen politischen Bewußtwerdungsprozeß beginnen, der in lebensgefährlicher Zivilcourage mündet. Unter schwierigen Umständen an Orginalschauplätzen gedreht.

„Mapantsula“ ist das Zulu-Wort für „Gauner“. Hier handelt es sich um den jungen Schwarzen Panic, der in Seweto lebt und seine Bedürfnisse durch Raubzüge in Johannesburg stillt. Die politischen Aktionen seiner Mitbrüder interessieren ihn nicht, aber der Haß gegen die weißen Unterdrücker ist ihm angeboren. Panics Freundin Pat, die durch seine Schuld ihre Stellung als Hausmädchen bei einer weißen Familie verloren hat, verliebt sich in den militanten Apartheidgegner Duma, hinter dem die Polizei her ist. Panics Eifersucht führt beinahe zu Dumas Verhaftung, doch der Gauner kann sich der Persönlichkeit des Agitators nicht entziehen. Als er an dessen Seite an einer Demonstration teilnimmt, wird er verhaftet. Man will ihn zwingen, als Polizeispitzel zu arbeiten und Duma ans Messer zu liefern. Zum erstenmal reagiert Panic in dieser Situation politisch und verweigert sich nach reiflicher Überlegung den Pressionen der Staatsmacht. (Fischer Film Almanach 1990)

Der Junge Schwarze Panic lebt in der Township Soweto in den Tag hinein. Sich politisch zu engagieren wie Sam, der Sohn seiner Vermieterin, liegt ihm fern; er ist auch nicht bereit, einen Job anzunehmen. Was er zum Leben braucht, beschafft er sich mit kleinen Diebereien und Überfällen auf der Straße, oder er versucht, seine Freundin Pat anzupumpen. Pat arbeitet als Hausmädchen für eine weiße Familie in Johannesburg. Als sie seinetwegen ihre Stellung verliert, macht Sam sie mit dem militanten Gewerkschaftsführer Duma bekannt und aktiviert sie damit politisch. Panic dagegen glaubt immer noch, sich aus dem Kampf gegen die Apartheit heraushalten zu können. Erst als er nach Sams Verhaftung auch im Gefängnis landet und man dort versucht, ihn zu Spitzeldiensten zu zwingen, entscheidet er sich für die Sache seiner schwarzen Gefährten. Mapantsula wirkt ungemein authentisch dank seiner südafrikanischen Mitwirkenden und Drehorte; auch der mitreißende Gesang schwarzer Musiker trägt viel zur überzeugenden Atmosphäre des Films bei. (Mediendienst Nr. 16/90)