Die Diktatur Duvaliers im Haiti der sechziger Jahre verändert das Leben eines jeden einzelnen bis in die Kleinstädte hinein. Eine Zehnjährige beobachtet die Veränderungen in ihrer Familie; aus ihrer Sicht erleben wir, wie einzelne Provinzchargen zu lokalen Machthabern werden, die über das Leben anderer bestimmen können. Ohne die direkte Abbildung gewalttätiger Szenen in den Vordergrund zu stellen, hat Raoul Peck in eindringlichen Bildern ein filmisch dichtes Werk geschaffen, das nicht nur als Schilderung der Ereignisse in Haiti gesehen werden muss.
Eine haitianische Kleinstadt in den 60er Jahren. Willkür und Terror des Diktators „Papa Doc“ Duvalier prägen den Alltag auch für eine Achtjährige und ihre Großmutter. Durch eine Nichtigkeit entlädt sich die latente Bedrohung. Eine sensible und zugleich intensive Studie über universelle Strukturen von Macht und Repression. In der Filmsprache des in Haiti geborenen Regisseurs gehen ästhetische Elemente verschiedener Herkunft eine reizvolle Synthese ein.
(Auch O.m.d.U.; Alternativtitel: „L’Homme sur les Quais“; Fernsehen: „Der Mann auf den Quais“)
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
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