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Malunde

Malunde

Johannesburg, nach dem Ende der Apartheid: Da ist zum einen Wonderboy, zwölf Jahre alt, übernachtet im Pappkarton. Dann gibt es Kobus, früher Soldat des rassistischen Apartheid-Regimes. Er kann die „guten alten Zeiten“ nicht vergessen, als er ein für seine Tapferkeit ausgezeichneter Held war. Jetzt lebt er am Rande der Gesellschaft, als Vertreter für Möbelwachs. Der Zufall führt die beiden zusammen, und es beginnt eine Reise durch das Südafrika der Nach-Apartheid-Ära. Wonderboy entwickelt neue Absatzstrategien für den „Regenbogenwachs“, und Kobus lernt, dass er auch als Weißer im Township willkommen ist.
Ein schwarzer Junge als Lehrmeister eines weißen verbitterten Mannes. „Malunde“ ist eine Parabel über ein Land, in dem die Apartheid noch in den Köpfen steckt. Ein Märchen, das von Versöhnung erzählt. Nicht oft gelangen Filme in unsere Kinos, die so genau, poetisch und unspektakulär über südafrikanische Wirklichkeit erzählen.

Als herausragendes Roadmovie wurde das Spielfilm-Debüt von Stefanie Sycholt sechs Mal mit dem Südafrikanischen Filmpreis 2001 in allen bestehenden Kategorien ausgezeichnet. Der preisgekrönte Kameramann Jürgen Jürges (Ehrenkameramann 2002, Deutscher Filmpreis, Deutscher Kamerapreis, Bayerischer Filmpreis) fängt die Geschichte von persönlicher Vergangenheitsbewältigung in ausdrucksstarken Bildern ein.

Regisseurin Stefanie Sycholt, geboren in Pretoria, ist unter dem Apartheid-System groß geworden. Schon während des Studiums engagierte sie sich in der Anti-Apartheid-Bewegung und war auch im Untergrund tätig. 1990belegte die Tochter deutscher Einwanderer an der Filmhochschule in München den Studiengang Dokumentarfilm. Erste Arbeiten thematisierten
konsequenterweise aktuelle Probleme ihrer südafrikanischen Heimat. »Wir brachten jungen Aktivisten in den Townships den Umgang mit Massenmedien bei, aber meist waren sie mehr am Basteln von Molotow-Cocktails interessiert,« so Stefanie Sycholt über ihre Arbeit in mehreren Anti-Apartheid-Organisationen.
„Malunde“, ihr erster Spielfilm, lebt von großen Emotionen und schönen Bildern, vom Glauben an ein Land und an seine Menschen. Da stören dann auch der ungeschickte Einstieg in die Geschichte und die etwas durchsichtige Botschaft nicht wirklich.
Von jeder verkauften Kinokarte dieser Koproduktion zwischen dem Bayerischen Rundfunk und Arte gehen 15 Cent an den Nelson Mandela Kinder Fonds.