Ungewöhnliches aus Westafrika: Unter den Frauen der sogenannten Kanyalang-Organisation in Gambia ist es üblich, die Konflikte des Alltags mit Frechheit und Scherzen zu lösen. Sogar die Verletzung von Tabus trägt erstaunlicherweise zu einem harmonischen Zusammenleben bei. Selbst Frauen, die unter Kinderlosigkeit leiden – ein schwerer Makel dortzulande -, können so ihr Problem bewältigen: vital und sogar komisch. Dies alles wird am Beispiel des alltäglichen Lebens einzelner Frauen geschildert.
Wenn in unserer europäischen Kultur eine Frau kein Kind bekommen kann oder ein Kind durch Tod verliert, reagiert sie spontan mit Trauer, Verzweiflung oder Apathie. Sie zieht sich zurück, wird still, Ausdrucksformen für die Trauer fehlen.
Ganz anders in Westafrika: Hier, wo Kinderreichtum für die eigenen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse lebensnotwendig ist, gibt es eine Selbsthilfegruppe, in der sich die Frauen bei Kinderlosigkeit und Kindestod beistehen. Tanzen, deftige Spottlieder, gerade über Männer, helfen, innere Spannungen zu lösen und sich von psychischem Druck zu befreien. Hinter dem auffallenden Benehmen und dem lauten Lachen entdecken wir eine versteckte Botschaft: sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Denn von allen Kräften, so sagen die Frauen, ist das Lachen die menschlichste.
