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Lumumba – Der Tod des Propheten

Eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit Patrice Lumumba, dem ersten Premierminister des gerade unabhängig gewordenen Zaire, der 1960 nach kurzer Amtszeit abgesetzt und von politischen Gegnern ermordet wurde. Der Film kreist das Thema essayistisch ein und wird zu einem Lehrstück darüber, wie der Kolonialzustand auch nach der „Unabhängigkeit“ andauern kann.

„Die Demokratie ist der Tod Afrikas“ (Mobutu) – Am 17. Januar 1961, zweihundert Tage nach der Unabhängigkeitserklärung der Demokratischen Republik Kongo, wird Patrice Lumumba ermordet. Sein Tod, dessen Hintergründe bis heute im Dunkeln liegen, machte ihn zu einer der legendärsten Figuren des afrikanischen Kontinents, zu einem Symbol und Märtyrer der Dritten Welt. Seinen Freunden war er ein Prophet, dessen Ermordung Empörung, Trauer und Wut auslöste; seinen Gegnern galt er als ein gefährlicher Extremist, den sie schon zu Lebzeiten mit Hohn, Haß und Verachtung überschütteten.

Im Form eines vielschichtigen filmischen Essays setzt sich der Regisseur Raoul Peck mit der politischen Figur wie mit den Legenden und dem Mythos um den ersten Premierminister des von Belgien unabhängig gewordenen Kongos auseinander. Raoul Peck, der in Haiti geboren wurde und einen Teil seiner Kindheit in Léopoldville, dem heutigen Kinshasa, verbracht hatte, verbindet dabei private Bilder und Überlegungen mit historischen Archivaufnahmen; er zitiert damalige Berichte europäischer Korrespondenten und befragt einige von ihnen nach ihrer heutigen Einschätzung und Bewertung der damaligen Ereignisse.

Dadurch entsteht nicht nur ein Portrait von Patrice Lumumba, sondern auch eine kritische Bestandsaufnahme der moralischen, politischen und ethischen Verantwortung der Medien.