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Liebe Schwarz-Weiss

Liebe Schwarz-Weiss

Bobby aus Ghana und Christine aus Köln leben seit Mitte der 90er Jahre zusammen, sind verheiratet und haben ein Kind. Die Filmemacherin begleitet die kleine Familie und ihre Freunde mit der Kamera. Es entsteht ein Film “nicht über kulturelle Unterschiede, sondern über Menschen, deren unterschiedliche Herkunft das Leben reicher macht: reicher an Erfahrungen, reicher an Gefühlen und natürlich auch an Problemen. Kulturelle Vielfalt eben.” (Jurybegründung für die Verleihung des CIVIS-Preises 2001)

Internet: www.liebeschwarzweiss.de

Wie gründe ich eine Familie mit neunzehn? Aus einem kleinen Dorf in Ghana kommt Bobby Mitte der 90er Jahre nach Köln. Dort lernt er Christine kennen. Im Taumel zwischen Verliebtheit, Disco und Glück finden sie sich im Familienleben wieder. Christine ist schwanger, Hakim wird geboren. Der Vater will sich um seinen Sohn kümmern und für seine Familie sorgen. Doch die Heirat scheitert an den noch fehlenden Papieren, die Arbeit an den Behörden und das Glück an ihnen selbst.

Bobby, 23 und Christine, 21, verbringen viel Zeit mit ihren besten Freunden, deutschen Frauen und afrikanischen Männer. Ihre Clique ist ihre Familie, die Wohnung wird zum Dorfplatz. Dort werden Liebesbeziehungen besprochen, Gebetsteppiche ausgerollt und das Ende des Ramadan gefeiert. Handys haben alle, man muß immer erreichbar sein. Sie wollen tanzen, Spass und Party. Und alle träumen von der Zukunft. Doch grosse Vorsätze sind nicht einfach und bessere Aussichten wenig in Sicht.

Der Alltag verdreht die Liebe. Christines Wunsch ist: Ich will eine Familie, so wie früher in den Filmen im Fernsehen. Bobby versucht realistisch zu bleiben. Afrikanisches Leben im weissen Deutschland ist nicht leicht.

Über ein Jahr zeigt der Film Bobby, Christine und ihre Clique. Die Autorin und Kamerafrau Britta Wandaogo, die selbst mit einem Afrikaner verheiratet ist und mit ihm eine Tochter hat, begleitete wie selbstverständlich das Leben der Protagonisten. Ihr Blick in die afrikanische Welt im deutschen Wohnzimmer bleibt dabei immer nah und direkt.

„‘Liebe schwarz-weiß‘ ist ein professioneller, handwerklich sehr gut gemachter Dokumentarfilm. Die „naive“ Kameraführung wird als Stilmittel gekonnt eingesetzt und erlaubt den Zuschauern, den Alltag der Protagonisten hautnah mitzuerleben. […]
Der Film verwebt Heiterkeit, Melancholie, Leidenschaft, Liebe und Politik ohne jemals didaktisch zu werden. Die O-Töne bleiben unkommentiert, die Hauptdarsteller erzählen ihre Geschichte und ihre alltäglichen Geschichten. Ihre Freude, ihre Wut, Lust und Frust am Leben stecken die Betrachter an. Die Autorin verliert dennoch nie die Distanz zu ihrer Story und schafft es gerade deshalb die Zuschauer mitzunehmen.

„Liebe schwarz-weiß“ ? Eine Geschichte nicht über kulturelle Unterschiede, sondern über Menschen, deren unterschiedliche Herkunft das Leben reicher macht: reicher an Erfahrungen, reicher an Gefühlen und natürlich auch an Problemen. Kulturelle Vielfalt eben.“ [Jurybegründung für die Verleihung des CIVIC-Preis, 2001]