Der als 3jähriger 1908 zum Kaiser von China gekrönte Pu Yi muss drei Jahre später abdanken. Nach Jahren im Exil und in einem kommunistischen Umerziehungslager kehrt er als einfacher Gärtner nach Peking zurück. Die Geschichte des letzten chinesischen Kaisers der Manschu-Dynastie in einem an Originalschauplätzen gedrehten Monumentalfilm als farbenprächtiger Bilderbogen zwischen exotischem Märchen und mythisch überhöhter Tragödie.
Pu Yi, der letzte Kaiser von China, wird 1950 von der Sowjetunion an das kommunistische China ausgeliefert und als Kriegsverbrecher verurteilt. In einem Umerziehungslager zwingt man den 45jährigen Ex-Kaiser, sich mit seiner Vergangenheit selbstkritisch auseinanderzusetzen. Der Film erzählt in Rückblenden die abenteuerliche Lebensgeschichte des letzten Kaisers von China, seinen Weg vom absolutistischen Herrscher zum überzeugten Anhänger Maos. Als dreijähriges Kind wird Pu Yi im Jahre 1908 über Nacht seiner Mutter entrissen und als Thronfolger in die Verbotene Stadt im Herzen Pekings gebracht. Wenige Tage später, nach dem Tod der Kaiserin Tze Hsi, ernennt man ihn zum „Sohn des Himmel“, zum „Herrn der Zehntausend Jahre“ und zum Herrscher über fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Der junge Kaiser wächst in unvorstellbarem Luxus und Überfluss heran. Die hermetische Welt der Verbotenen Stadt mit ihrem jahrhundertealten Hofzeremoniell nimmt wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse eines Kindes. In der Umgebung von Hofschranzen, Würdenträgern und Eunuchen ist Pu Yis einzige emotionale Bezugsperson die Amme Ar Mo, zu der er zärtliche Zuneigung fasst. Auch Ar Mo, eine junge Frau aus dem Volk, die gegen ihren Willen zur kaiserlichen Amme bestimmt wurde und sich von ihrem leiblichen Kind trennen musste, wendet sich dem kindlichen Kaiser liebevoll zu. Als Pu Yi neun Jahre alt ist, wird sein junger Bruder Pu Chieh als Spielkamerad in die Verbotene Stadt geholt. Er wird den Kaiser von nun an auf seinem Lebensweg begleiten. Im Jahre 1912 wird China zur Republik. Die Ching-Dynastie muss nach 4000 Jahren kaiserlicher Herrschaft abdanken. Beinahe der einzige, der von alledem nichts versteht, ist der kindliche Kaiser. Während die Wogen der modernen Geschichte die Welt um ihn herum verändert, ändert sich Pu Yis Leben kaum. Pro forma darf der Kaiser seine Titel behalten und mit seinen Eunuchen in der Verbotenen Stadt weiterleben wie bisher. Als die Amme Ar Mo hinter dem Rücken Pu Yis auf Befehl der alten Kaisergemahlinnen aus dem Palast entfernt wird, empfindet Pu Yi zum ersten Mal seine tatsächliche Ohnmacht im Intrigenspiel der höfischen Interessen. Mit dem schmerzlichen Verlust der Amme nimmt die Kindheit Pu Yis ein abruptes Ende. (EZEF Fernsehtips, Nr.67)
