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Les Anges de Satan

Les Anges de Satan

Im Jahr 2003 wurden in Casablanca 14 junge Musiker aus der Heavy-Metal-Rockszene festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt. Vier Jahre später verfilmte Ahmed Boulane diese reale Geschichte. Trotz bürokratischer Hindernisse und schmalem Budget gelang ihm dank seiner engagierten Crew eine packende Darstellung des kafkaesken Gerichtsverfahren, in dem den marokkanischen Rockern von einem fanatischen Richter ‘Satanismus’ und die ‘Zerrüttung des muslimischen Glaubens’ vorgeworfen wird. Freiheit und Gerechtigkeit – das verdeutlicht dieser Spielfilm – müssen auch in Marokko gegen einen verkrusteten Staatsapparat erkämpft werden. So mobilisieren die Familien und Freunde der Musiker Presse und Öffentlichkeit und rufen schließlich per Internet zu Demonstrationen auf. Ihre Forderungen nach ‘Freiheit’ und ‘Demokratie’ klingen dabei wie Vorboten der Parolen, die Anfang 2011 auf den Straßen in Tunis und Kairo zu hören waren.

Aufführung in Zusammenarbeit mit FilmInitiativ Köln e.V. www.filminitiativ.de

Filme zu Repression und Rebellion in Nordafrika
Filmreihe vom 10.-17. Mai 2011

Dass Kino ein Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen ist, erweist das aktuelle Filmschaffen in Nordafrika einmal mehr. Unmittelbar vor Ausbruch der Revolten in Nordafrika fanden Ende 2010 in Tunesien und Ägypten die bedeutendsten Filmfestivals der Region statt: die ’23ième Journées Cinematographiques de Carthage‘ und das ’34th Cairo International Film Festival‘. Dabei war in den Kinosälen die Unzufriedenheit mit den diktatorischen Verhältnissen schon vor Beginn der Proteste auf den Straßen deutlich spürbar. So spendete das Publikum demonstrativ Szenenapplaus, wenn in aktuellen Spielfilmen die Korruption der herrschenden Eliten oder die Brutalität von Polizei und Geheimdiensten angeprangert wurden. In der Reihe ‚Game Over‘ präsentiert FilmInitiativ eine Auswahl dieser neuen Filme, ergänzt um politisch brisante Klassiker des ägyptischen und tunesischen Kinos. Darüber hinaus werden Beispiele für neue mediale Ausdrucksformen wie Cartoons, Amateurfilme, Handyfilme und Videos vorgestellt, mit denen die AktivistInnen ihre politischen Botschaften über Internet hunderttausendfach verbreiten.Vier RegisseurInnen aus Tunesien und Ägypten sind eingeladen, über die Perspektiven der Rebellion in Nordafrika zu berichten.