Eine Dokumentation und ein Zufallsprodukt: Jean Marie Teno war eingeladen, in seinem Heimatdorf an der Hochzeit seines Cousins Alex teilzunehmen, der ihn auch bat, die Kamera mitzubringen. Erst vor Ort realisierte Teno, dass er Augenzeuge eines subtilen Dramas wurde: Alex heiratete an diesem Tag seine zweite Frau, und die erste schafft es kaum, eine gute Miene zu diesem für sie bösen Spiel zu machen. Teno drehte während der Hochzeitsfeier bis tief in die Nacht hinein, alleine, ohne Beleuchter und Toningenieur. Aus der Nähe des Filmemachers zu den Protagonisten gewinnt diese Dokumentation ihre bedrückende Kraft.
Der Filmemacher Jean-Marie Teno aus Kamerun gehört zu den herausragenden Dokumentaristen des afrikanischen Kontinents, weshalb er – als Vertreter für Afrika – auch im offiziellen Programm der letztjährigen Documenta 11 in Kassel vertreten war. Alle seine Filme kreisen um das Verhältnis zwischen Europa und Afrika.
Jean-Marie Teno, der den zweiten Teil seines bislang einzigen Spielfilms „Clando“ in Köln gedreht hat, arbeitet auch als Filmproduzent.



