In Indien arbeiten 40 Millionen Menschen als Hausangestellte. Sogar in einer Metropole wie Mumbai prägen alte feudale Verhaltensmuster die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und ihren ‚Bediensteten’. Vor diesem Hintergrund beginnt Nishtha Jain ihre Haushaltshilfe Lakshmi während der Arbeit zu filmen. Die zwanzigjährige Lakshmi führt eine prekäre Existenz, geprägt von Krankheit, der Trunksucht des Vaters und einer 60-Stunden-Woche als Minimalverdienerin. Zudem ist ihr Leben gesellschaftlich vorbestimmt durch Geschlechterverhältnisse und ein rigides Kastensystem.
Je mehr die Regisseurin unwillkürlich in Lakshmis persönliche Lebenssituation gezogen wird, desto mehr fängt sie an, Dinge in Frage zu stellen, die sie als selbstverständlich angesehen hatte, und ihre Rolle als Arbeitgeberin zu hinterfragen. Anderthalb Jahre lang beobachtet die Regisseurin die dramatischen Veränderungen im Leben ihrer Hausangestellten. Der Prozess des Filmemachens selbst wirkt sich aus auf die Geschehnisse und auf die Beziehung zwischen den beiden Frauen.




