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La Leon

La Leon

Ein halbes Dutzend ruhiger Bilder genügt dem in Frankreich lebenden Argentinier Santiago Otheguy, um seine Arbeit als kleine Sensation kenntlich zu machen. Ehe man sich versieht, befindet man sich selbst fast körperlich mitten im Paraná-Delta nördlich von Buenos Aires, einem von der Zivilisation nahezu vergessenen Gewirr aus Inseln und Flussarmen. Die Menschen leben hier von der Hand in den Mund, fischen oder schneiden Schilf für die Korbflechter. Die titelgebende Fähre “La Leon” ist für viele die einzige Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu treten. Ihrem Besitzer Turu verleiht dies Macht und Ansehen. Der eigentliche Protagonist des Films aber ist sein Widersacher Alvaro, ein schweigsamer Einzelgänger. Auf seinen Streifzügen enthüllt der Film die wuchernde Schönheit des Deltas, aber auch den entbehrungsreichen Alltag der wortkargen Menschen.

Der Film ist ein meditatives Filmpoem in Schwarzweiß, dessen hypnotischer Kamerastil die archaische Flusslandschaft ins Metaphorische transzendiert. – Sehenswert! (film-dienst)