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König der Diebe

KRAL ZLODEJOV

Dieser Tag wird das Leben des zehnjährigen Barbu verändern: Der Kleingangster Caruso taucht in seinem bettelarmen ukrainischen Dorf auf und kauft ihn und seine ältere Schwester Mimma, indem er den Eltern die Möglichkeit einer großartigen Zirkuskarriere für die Kinder vorgaukelt. Er nimmt beide mit nach Berlin. Mimma wird an ein Bordell verkauft, Barbu wird gezwungen, mit gleichaltrigen Kindern auf Diebstahlstour zu gehen. Mangelhafte Einkünfte werden mit harten Schlägen bestraft. Als Barbu vom Schicksal seiner Schwester erfährt, setzt er alles daran, sie zu befreien… – Aus der düsteren Welt des Menschenhandels und der „Klau-Kids“ berichtet dieser Film, der es aufgrund seines Themas nicht in die deutschen Kinos geschafft hat. Alle Filmverleihfirmen lehnten es ab, diesen Film herauszubringen. Schauspielerin Katharina Thalbach glänzt in einer ihrer besten Rollen.

Die Geschichte beginnt in einem kleinen Dorf in der Slowakei, als ein Vater seine beiden Kinder an den „Großen Caruso“ verkauft. Einen „König der Manege“ will dieser aus dem ambitionierten Barbu machen. Doch im fernen Berlin angekommen, sieht die Realität ganz anders aus: Auf einem abgewrackten Zirkusgelände betreibt Caruso eine „Schule“, in der er kleine Jungen vorrangig aus Osteuropa zu professionellen Dieben ausbildet.

Lazar Ristovski als Caruso, den man von Kusturicas UNDERGROUND kennt, verleiht dem Film seine sehr spezielle Färbung, genauso wie die beiden Nebenfiguren: Katharina Thalbach hängt als verbitterte Ex-Partnerin des einstigen Zirkusstars Caruso an der Nadel und Birol Ünel (GEGEN DIE WAND) mimt den finsteren Gehilfen, der den kleinen Oliver Twists als peitschenschwingender Dompteur die Spielregeln einimpft.

Lange Zeit durchschaut Barbu die Machenschaften von Ersatzvater Caruso nicht und hält dem Alkoholiker hingebungsvoll die Treue. Der große Bruch kommt erst, als Barbu erkennt, dass seine Schwester Mimma gar nicht „nachkommen“ wird, sondern Caruso die 12-Jährige längst beim Pokern an einen fiesen Zuhälter verscherbelt hat.

KÖNIG DER DIEBE ist ein surreales, brutales und dabei magisches Märchen. Es entlässt Barbu und Mimma in ein Happy End, wie es sich für ein Märchen gehört, außerdem wäre alles andere nach den gewaltigen zwei Stunden pure Folter: Die beiden Kinder finden den Weg zurück in ihr slowakisches Heimatdorf. Natürlich ahnt der Zuschauer, dass die Realität fast immer anders aussieht. Wer über 14 ist, muss entweder professionell ins Geschäft einsteigen, oder wird von den Menschenhändlern „entsorgt“.