Die Kölner Musiker Klaus von Wrochem (genannt Klaus der Geiger), Mike Herting (u.a. WDR Big Band), Carlos Robalo und Mandjao Fati (von Dunyabélé) musizieren auf der Domplatte, um Spenden für eine Schule in Guinea Bissau zu sammeln. Eine neue Schule für zunächst hundert Kinder, denn die, die Carlos und Mandjao besucht hatten bevor sie nach Deutschland kamen, hat ein verheerender Bürgerkrieg dem Erdboden gleichgemacht. Nicht nur das, Guinea Bissau ist seitdem das fünft ärmste Land der Welt. Mühsam findet es zur Demokratie, lähmend langsam geht die Wirtschaft voran, schleppend stellt sich Normalität ein.
Einer der kleinen Hoffnungsschimmer ist die „Escola Básica da Boa Esperança“ (Grundschule der guten Hoffnung). Im Dezember 2004 wurde sie feierlich eingeweiht. Ein Dutzend Kölner Bürger haben sie geplant, mit Spenden finanziert und beim Bau mit angepackt.
Bundesminister a.D. Gerhard Baum hält seine schützende Hand über das Projekt, das noch lange nicht beendet ist. Noch in diesem Jahr soll ein Brunnen gebaut werden, weitere Klassenräume sollen folgen. Live Aid in kleinstem Rahmen mit großer Wirkung für die Menschen in einem verwüsteten Land.
Anlässlich seines 65. Geburtstag unternahm Klaus von Wrochem eine Reise nach Guinea Bissau. Er wollte die Schule, die Kinder und deren Familien, die Lebensumstände, die Städte und Dörfer, die Natur West-Afrikas, und vor allem die Menschen und ihre Musik kennenlernen. Zusammen mit Mike Herting, Carlos Robalo und Mandjao Fati möchte sich Klaus der Geiger das ferne Land seiner Freunde aus Köln erspielen. Aber wie wird der gelernte Konzertgeiger, Komponist, Orchesterleiter und zornige Straßenmusiker, der stets eine Geige unter dem Arm und eine Kommentar auf den Lippen hat, dort aufgenommen werden?
Worauf wird sein Blick fallen, welche Töne werden angeschlagen werden? Wie wird er sich verständigen, wieviel Verständnis wird man für ihn haben, was wird er verstehen?
Stattgefunden haben eine ganze Reihe von Begegnungen des Straßenmusikers mit der klassisch europäischen Musikausbildung und der ursprünglichen und modernen westafrikanischen Musikkultur.
Der erzählerische Dokumentarfilm „KÖLN – BISSAU“ hält die Begegnungen in der neuen Schule auf dem Land, im heruntergekommenen Musikclub der Stadt, mit den archaischen Musikern in den Dörfern am Rande des Dschungels, an den Stränden der Inseln mit der matriarchalischen Gesellschaft fest. Die Bilder und Töne folgen dem subjektiven Blick des weißen Geigers und sollen die Menschen in einem beinahe vergessenen Land Afrikas für einen filmischen Augenblick unüberhörbar machen.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Westdeutschen Rundfunk, www.wdr.de



