1975, kurz vor dem Sieg der Roten Khmer: Der US-Journalist Sydney Schanberg berichtet aus Kambodscha für die New York Times über den Konflikt zwischen der Regierung des Premierministers Lon Nol und den Roten Khmer vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges. Gemeinsam mit seinem Fotoreporter wird Schanberg Zeuge eines Bombenanschlags der Roten Khmer auf die Landeshauptstadt Pnom Penh. Trotz strenger Geheimhaltung gelingt es dem engagierten Journalisten mit der Hilfe seines kambodschanischen Freundes über einen Vorfall zu berichten, der sich zur gleichen Zeit abspielt: Aus Versehen bombadieren amerikanische B-52-Bomber die kambodschanische Stadt Neak Luong. Schanberg will die Welt auf die Leiden aufmerksam machen, die der Krieg der USA in Vietnam auch nach Kambodscha bringt.
Der Reporter bleibt auch immer noch in Pnom Penh, als die Stadt zerstört wird und die Amerikaner fluchtartig das Land verlassen. Die Roten Khmer verhaften ihn und seinen Freund. Schanberg schafft es, mit dem Leben davonzukommen und sucht nach dem spurlos verschwundenen Freund und Kollegen. Er findet ihn.
Ein realistischer, detailgenauer Erstlingsfilm von außerordentlicher Eindringlichkeit und humaner Gesinnung, der sich zu einer höchst bemerkenswerten Auseinandersetzung mit einem fortwirkenden Kapitel jüngster Geschichte verdichtet.
2005 jährt sich zum 30. Mal die Machtergreifung des Diktators Pol Pot in Kambodscha. Mit seinen ‚Rote Khmer’ genannten kommunistischen Guerillas eroberte er 1975 die Hauptstadt Phnom Penh. Danach versuchte er rücksichtslos, dem Land seine Vorstellung von Kommunismus aufzuzwingen und es in eine archaische Gesellschaft zurückzuentwickeln. Alle echten oder vermeintlichen Widerstände wurden gnadenlos gebrochen: Mehr als drei Millionen Tote forderte sein Völkermord.
An diesem traumatischen Erbe, an Verarmung und Entwicklungsrückstand, zahllosen Landminen und Versehrten leidet das Land auch heute noch. Kambodscha zählt mit durchschnittlich 280 US-$ Bruttosozialprodukt pro Einwohner zu den ärmsten der Welt (Deutschland: 22.670 US-$). Der „Human Development Index“ der Vereinten Nationen nennt Kambodscha an 130. Stelle von 175 Ländern.
Mit der Aufführung dieses Films erinnert das Allerweltskino an das vielfach vergessene Land.



