Öffnet in einem neuen Tab

Karamuk

Karamuk

Jeanne steckt in der wohl schwierigsten Phase ihres Lebens. Sie hat keinen Bock mehr: auf die Schule, auf ihre Mutter, und überhaupt auf das Leben in Köln. Sie will nach Paris, an die Schule für Modedesign. Einziger Schönheitsfehler an dem Plan: Das jährliche Schulgeld von 12.000 Euro. Eigentlich ist das der richtige Zeitpunkt, ihren Vater, den sie nie kennen gelernt hat, ausfindig zu machen und die rückständigen Alimente einzufordern. Ihr Vater Cumhur ist Türke und betreibt in Köln ein elegantes türkisches Restaurant. Jeanne lässt sich als Küchenhilfe einstellen, ohne sich ihm als seine Tochter vorzustellen. Eigentlich will sie ja bei nächster Gelegenheit den Restaurant-Tresor leer räumen. Aber bis dahin lernt sie Cumhurs Familie, seine Frau und die beiden Töchter kennen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt Jeanne so etwas wie ein Familienleben. Und bei dieser Familie kann man sich wirklich wohl fühlen…
Julia Mahnecke spielt die Jeanne mit einer berührenden Mischung aus rotzfrecher Dreistigkeit und durchscheinender Verletzlichkeit. Die Regisseurin Sülbiye V. Günar erzählt in ihrem Erstlingsspielfilm „Karamuk“ in erster Linie eine Geschichte über das Erwachsenwerden einer jungen Frau. Alle Fragen zum interkulturellen Zusammenleben tauchen im Film durchaus auf, spielen aber im Grunde keine Rolle für seine Geschichte. So gesehen ist „Karamuk“ ein Film über Menschen, deren Umgang mit kulturellen Unterschieden ein völlig selbstverständlicher ist.