Analysiert wird die Haltung der katholischen Kirche zur Diktatur in Chile. Waffensegnungen und Gottesdienstbesuche Pinochets stehen im Kontrast zum Engagement einer Kirche gegen Unrecht und Folter, für die Menschenrechte.
Für viele Menschen in Chile ist die Kirche die einzige Institution, die
unter den Bedingungen der Militärdiktatur etwas für die Menschen, gegen Unterdrückung und Terror tun kann. Es wird die Haltung und das praktische Verhalten der Kirche analysiert, wobei sich die Diskrepanz zwischen konservativen Würdeträgern und den Vertretern von Armen und Verfolgten immer mehr herauskristallisiert.
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„En Nombre de Dios“ versucht eine Analyse der Gegenwart Chiles, dargestellt an der Rolle der Katholischen Kirche, und greift engagiert die Diskussion über Wege zur Verwirklichung von Menschenrechten und politscher Freiheit auf. Im Mittelpunkt steht das „Vikariat der Solidarität“, eine kirchliche Einrichtung, die Beistand für Regime-Opfer leistet. Bilder von Pinochets Gottesdienst-Besuch oder die Waffensegnungen durch einen Militärgeistlichen weisen auf Brüche innerhalb der Kirche hin, doch das überwiegende humanitäre und christliche Engagement der Kirche zeigt Wege des gerechtfertigten Widerstandes. Als Dokumentation von Zeitgeschichte, als leidenschaftlicher Appell gegen Unrecht und Folter und als Zeugnis einer Kirche, die sich auf die Seite der Unterdrückten stellt und aus dieser Haltung neue, lebendige Formen des Glaubens entwickelt, ist „En Nombre de Dios“ von hoher Brisanz. Die Dokumentarbilder führen die Gegenwart der Terror-Regimes weitaus eindrucksvoller vor als Perlemans Spielfilm: in ihnen liiegt eine Präsenz des Schreckens, die mit inszenierten Bildern nicht erreichbar scheint.
(aus: fildienst, Nr. 5/1988)
