Guelwaar ist tot. Er war ein respektierter und angesehener Mann. Doch dem Begräbnis stellt sich ein unerwartetes Hindernis entgegen: der Leichnam ist verschwunden. Der Katholik Guelwaar ist bereits nach muslimischem Ritus bestattet worden… – In Rückblenden erfahren wir von dem Kampf Guelwaars gegen Korruption, Postkolonialismus und gegen die Eliten des Landes, ein Kampf, der zu seinem vorzeitigen Tode führte. Doch auch seine Frau ist bestürzt über all die privaten Geheimnisse, die so plötzlich zutage kommen… Ousmane Sembène, der Begründer des afrikanischen Kinos, stellt die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Konflikte seines Landes poetisch und pointiert dar.
In einem senegalesischen Dorf wurde die Leiche eines katholischen Politikers versehentlich von Moslems beerdigt, die auch einen Todesfall zu beklagen hatten. In die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Familien müssen sich alsbald die Polizei und andere Organe der Obrigkeit einschalten. Mehrere Rückblenden zeigen, daß der Tote schon früher ein unbequemer Kritiker der
sozialen und wirtschaftlichen Mißstände des Landes war. Mit der hintergründigen Parabel, entwickelt in dialogreichen, meist statischen Szenen, hält Senegals bekanntester Schriftsteller und Regisseur seinem Volk einen Spiegel vor.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
