Gregorio, ein 12jähriger Indiojunge, lebt mit seiner Familie in dem Andendorf Recuayhanca. Nach einer schlechten Ernte sieht sich der Vater gezwungen, in die Hauptstadt Lima zu ziehen. Er findet Arbeit auf einer Baustelle, und die Hoffnung auf ein besseres Leben bringt ihn darauf, seine Frau, Gregorio und dessen jüngere Geschwister zu sich zu holen. Die Familie lebt nun in den Slumgebieten. Bald verschlechtert sich der Gesundheitszustand des Vaters, er verliert seine Stelle, die Familie muß in ein anderes Viertel umziehen. Als der Vater stirbt, soll Gregorio die Rolle des Familienoberhauptes übernehmen….
In „Gregorio“ werden zwei Welten einander gegenübergestellt, zwei Kulturen kontrastiert: Auf der einen Seite steht die Schilderung des Lebens auf dem Land, die Arbeit auf den Äckern, das Leben der Familien in den hochgelegenen Andendörfern, die religiösen Feste mit Liedern und Tänzen, die Kraft der Natur und die Mythologie. Auch die schwierigen Umstände, die die Campesinos aus ihrer Welt vertreiben, sie hinaustreiben aus ihren Dörfern. Auf der anderen Seite taucht das Ungeheuer „Stadt“ auf, das in diese Welt einbricht: Lima, ein Moloch wie viele Ballungszentren, die in den Ländern der Dritten Welt mit ungeheurer Wucht aus dem Boden schießen. Die Stadt ist gleichzeitig Symbol für den Einbruch der industrialisierten, westlichen Welt. Sie streckt die Arme aus bis in die hintersten Winkel des Landes, sie stöbert die Menschen auf, zieht sie an sich und verschlingt sie.
„Grupo Chaski“ ist eine der Gruppen von Filmleuten, die in Peru nach Alternativen zum kommerziellen Kino suchen und dabei eigene Ausdrucksformen entwickeln. „Chaski“ ist ein Ketschuawort für die Meldeläufer der Inkas.
Der Film ist unter Schirmherrschaft der UNICEF entstanden. (EZEF Fernsehtips, Nr.46)
