Der russische Regisseur Alexander Sokurov ist einer der Filmemacher, die die Veränderungen und Mängel der russischen Gesellschaft mit nahezu seismographischer Genauigkeit festhalten. So erstaunt es nicht, daß er jahrelang verboten war. Auch in diesem Film „Der Geweihte“, den er gemeinsam mit seinem Kollegen Tepzow realisierte, taucht er in den offiziellen Titeln nicht auf. Aber seine Handschrift ist unverkennbar: in Bildern, die unter die Haut gehen, hält er den gegenwärtigen Zustand des russischen Landes und der russischen Seele fest; Bilder von apokalyptischen Visionen, Szenen voller Grauen und irrwitziger Komik.
Sucht man in diesem vielschichtigen Film nach einer Handlung, so findet man die Geschichte eines – selbsternannten? – Engels, der die Welt betrachtet. Und manchmal auch eingreifen möchte…
