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Gadjo Dilo

Gadjo Dilo

Der junge Franzose Stéphane durchquert das winterkalte Rumänien auf der Suche nach einer Sängerin, deren Musik sein Vater in seinen letzten Lebenstagen unentwegt hörte. Er trifft Izidor, einen alten Roma, und wird von ihm nach Hause eingeladen. Stéphane lernt die Welt der Roma kennen: ihr Leben, ihre Musik. Und vor allem lernt er Sabina kennen…
Mit Hilfe dieser Begegnungen philosophiert
der Film über Wurzellosigkeit und das Finden der Heimat in sich selbst. Die Leistungen der Darsteller und eine Vielzahl folkloristischer Ingredienzen machen ihn zu einem Werk voller archaischer Kraft und Poesie, zu einer Hymne auf die Urgewalt der Gefühle. (Leider nivelliert die deutschen Synchronfassung die unterschiedlichen Sprachen der Protagonisten und konterkariert damit in
manchen Szenen die subtilen Nuancen der Originalfassung.

„Ich wollte einen freien Film machen, einen anarchischen Film. Das Leben selbst bringt die Poesie dieses Films hervor.” (Tony Gatlif)

Fünfzehn Jahre nach LES PRINCES, jenem beeindruckenden Film über die seßhaften Zigeuner aus den Pariser Vorstädten, und fünf Jahre nach LATCHO DROM, vollendet GADJO DILO das, was Sie Ihr Zigeuner-Triptychon nennen. Was war der Ausgangspunkt dieser Geschichte eines „Gadjo“, eines Fremden, der in einem rumänischen Romadorf landet, nur weil er eine Sängerin wiederfinden will?
Diese Geschichte ist im Kreise einiger Freunde entstanden. Alain Weber, der Musiker, der mit mir schon an LATCHO DROM gearbeitet hat, ist einer von denen, die mich inspiriert haben. Sehr jung hat er seine Familie und Paris verlassen, um auf die Suche nach einem Musiker nach Ägypten zu gehen. In der Nähe von Luxor traf er eine Zigeunerfamilie, mit der er über Jahre zusammen gelebt hat. Wie viele andere ist er aus Liebe zur Musik bei den Zigeunern gelandet und nicht wegen der Folklore. Die Touristen verhalten sich anders. Sie gehen nach Südfrankreich, nach Arles — nicht nach Transsilvanien, wo es nichts zu essen gibt, wo es kalt ist. Das Leben dort ist hart. Man muss die Zigeuner wirklich lieben, wenn man sich an solche Orte begibt. Als Alain Weber zu den Zigeunern nach Ägypten zog, kannte er niemanden. Wie bei Stéphane im Film, war seine erste Begegnung mit ihnen ein unglaublicher Schock, der ihn für den Rest seines Lebens geprägt hat.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)