Ein verwitweter Meisterkoch in Taipeh will seinen drei Töchtern zwischen 20 und 30 Jahren ein gutes Zuhause bieten, hat sich aber innerlich zurückgezogen, so daß auch das mit großem Aufwand zubereitete sonntägliche Mittagessen zum eher stummen Ritual geworden ist. Ang Lee, bekannt geworden durch seinen Film „Das Hochzeitsbankett“, umschreibt in seiner liebenswerten Komödie am Beispiel von „Essen und Trinken, Mann und Frau“ feinsinnig und be-hutsam menschliche Triebe, die aus der Balance geraten sind und die Verständigung zwischen den Generationen erschweren.
Der Witwer Chu (Sihung Lung) lebt mit seinen drei Töchtern in Taipeh und gilt als bester Küchenchef weit und breit. Noch wichtiger als die Arbeit im Grand Hotel ist ihm nur das traditionelle Sonntagsessen im engsten Familienkreis, bei dem er sich jedesmal selbst überbietet. Ironischerweise sind seine eigenen Geschmacksnerven nahezu abgestorben, und seine Töchter, die – bewußt oder unbewußt – schon lange darauf brennen, das Nest zu verlassen, empfinden diesen Pflichttermin als Tortur.
Sie sind keine kleinen Mädchen mehr. Die drei Schwestern kommen zum selben Schluß. Wie auf ein geheimes Kommando gehen sie gleichzeitig in die Offensive und kämpfen auf unterschiedlichen Schauplätzen um ihr Glück – mit unterschiedlichem Erfolg.
Zugleich lösen sich die Familienbande, und häusliche Rituale geraten durcheinander. Aus dem traditionell ereignislosen Sonntagsdinner wird ein Umschlagplatz für immer neue „Mitteilungen“ von erheblicher Tragweite – auf den Tisch kommen Schwangerschaften und andere Pannen, Trennung, Verlobung und Hochzeit. Und weil das Schicksal nach eigenem Gutdünken austeilt – wobei es auch vor Herrn Chus Küchentür nicht haltmacht – sei niemand überrascht, wenn es ihn vollkommen überrascht, was in dieser Familie wem zufällt.
