Ein britischer Lokführer, eine philippinische Mutter, ein südafrikanischer Aktivist und die Bürger einer bolivianischen Stadt: Sie kämpfen bereits gegen das, was uns alle erwartet: den GROSSEN AUSVERKAUF.
In vier ineinander verwobenen Erzählsträngen bringt Florian Opitz in seinem Dokumentarfilm dem Zuschauer das komplexe Phänomen “Privatisierung” über einfühlsame Porträts von Menschen aus verschiedenen Kontinenten nahe, die von den oft inhumanen und fehlgeleiteten Versuchen, das Wirtschaftswachstum zu steigern, unmittelbar betroffen sind. Menschen, die sich auf ihre ganz persönliche Art und Weise dagegen zur Wehr setzen. – Doch auch “die andere Seite” kommt zu Wort. Diejenigen, die Privatisierungen befürworten und für die Lösung aller wirtschaftlichen Probleme halten. Ob Wasser, Strom, Bahn, Gesundheit oder Bildung … – schnell werden die Parallelen deutlich zu den wirtschaftspolitischen Entwicklungen in Deutschland und der Film macht klar: Das Thema Privatisierung betrifft uns alle.
Was ist die globale?
Von Venezuela bis Südafrika, von China bis Marokko zeigt sich eine widersprüchliche Wirklichkeit: Ausbeutung und Unterdrückung, Krieg und Konzernherrschaft, Kontrolle und Prekarisierung. Aber auch: Alternativen, Engagement und Widerstand, Hoffnung und Utopie. – Um dieser Wirklichkeit in ihrer Komplexität ein öffentliches Forum zu bieten, schloss sich im Frühjahr 2003 eine Gruppe politisch engagierter BerlinerInnen zusammen und rief die „globale – das globalisierungskritische Filmfestival“ ins Leben. Seit fünf Jahren findet das Festival jährlich in Berlin statt und hat sich mittlerweile zu einer Plattform des politisch motivierten Films und zu einem Treffpunkt für unabhängige Filmemacher und Medienaktivisten entwickelt.
Für die globale stellt der Dokumentarfilm das zentrale Element dar, um Realitäten abzubilden und um durch ihn politischen und sozialen Themen eine kritische Öffentlichkeit zu verschaffen. Das Festival soll eine Bühne für Menschen sein, die aufgrund medialer Ausgrenzung selten öffentlich zu Wort kommen.
Die globale will mehr als ein Filmfestival sein. Sie versteht sich als Teil der weltweiten sozialen Bewegungen und ist lokal und international mit diversen politischen Gruppen vernetzt. Zu ausgewählten Themen werden FilmemacherInnen und AktivistInnen zum Gespräch eingeladen. Gesellschaftlich engagierten Gruppen bietet das Festival eine Schnittstelle zur Öffentlichkeit an.
Auch das Allerweltskino als Initiative der Eine-Welt-Bildungs- und Kulturarbeit sieht Kino als Raum kritischer Öffentlichkeit und Filme als ein Medium, das eine wichtige Rolle im Prozess der kollektiven Auseinandersetzung mit Themen wie Arbeits- und Lebensbedingungen, Migration und Rassismus, Ausbeutung von Umwelt und Ressourcen einnehmen kann.
Aus diesem Grund freuen wir uns als Nachspieler der globale07 in Köln, ausgewählte Dokumentarfilme präsentieren zu können, die wegen der Themenwahl und/oder Produktionsbedingungen kaum eine Chance haben, ins Kino zu kommen.
Auch in Köln soll die globale07 ein Diskussionsforum und eine Einladung zu gemeinsamer Reflexion sein. Aus diesem Grund bieten wir lokalen Initiativen, Gruppen und Organisationen, die zu den in den Filmen behandelten Themen arbeiten, die Möglichkeit, sich auf der globale zu präsentieren … – Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und auf den im Kinosaal stattfindenden regen Austausch von Erfahrungen und Gedanken.
Kontakt: Karin de Miguel Wessendorf
E-Mail: karin.de-miguel@allerweltskino.de

