Von 1946 bis 1960 war der Coolbaroo Club in Perth, Australien, der Treffpunkt der dortigen Aboriginees. Es war das einzige von Aboriginees betriebene Tanzlokal in einer Stadt, in der inoffizielle Apartheit die Regel war: Polizeischikanen, Ausweispflicht, Ausgangssperre, bürokratische Hindernisse. Der Club schuf ein politisches Bewußtsein unter den Aboriginees, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstbestimmung.
Vierzehn Jahre lang, von 1946 bis 1960 war der Coolbaroo Club in Perth, West-Australien, ein Treffpunkt und Gemeinschaftszentrum für die örtliche Aborigine-Gemeinde. Der Club war der einzige von Aborigines betriebene Tanzclub in einer Stadt, in der die inoffizielle Apartheit Praxis war. Die Aborigine-Bevölkerung unterlag unverhohlener Polizeiverfolgung, Ausweispflicht, Versammlungsverboten, Ausgangssperren und bürokratischen Behinderungen. Während seiner Zeit zog der Club viele schwarze Musiker und Persönlichkeiten aus ganz Australien und gelegentlich von Übersee an – unter ihnen Nat „King“ Cole, Harold Blair und die Harlem Globetrotters. Obwohl am ehesten berühmt für seine weithin beliebten Coolbaroo-Tänze, an denen hunderte von Aborigines und weiße Sympathisanten teilnahmen, veröffentlichte der Coolbaroo-Club auch eine Zeitung und wurde eine wirksame politische Organisation, die sich zum politischen Tagesgeschäft äußerte, wenn Aborigines betroffen waren. Durch die Darstellung der Geschichte des Clubs und seiner Mitglieder wirft der Film ein Licht auf die Rassenbeziehungen im Nachkriegs-Australien. Mit kleinen Unterschieden waren ihre Erfahrungen gültig für alle Aborigines im Australien der Vierziger und Fünfziger Jahre. Die außergewöhnliche Leistung der Coolbaroo-Vereinigung, nämlich eine deutliche Antwort auf die weiße Unterdrückung zu geben, kann heute wohl als wichtiger Schritt zur Entwicklung der Selbstbestimmung der Aborigines gesehen werden. Der Film ist ein kraftvoller Bericht über diese Errungenschaft..
Es ist nicht alltäglich, daß man durch einen Australischen Film geschockt wird mit Offenbarungen über das Land, in dem man lebt. The Coolbaroo Club, eine Dokumentation von Roger Scholes, macht genau das. Erforscht werden die Rassenbeziehungen in Perth und es wird offensichtlich, daß die Stadt – zusammen mit anderen großen australischen Städten – ein Zentrum der schlimmsten Sorte von Rassismus war.
Der Coolbaroo Club war ein Aborigine-Tanzclub in Perth in den späten Vierzigern und Fünfzigern. Besucht von städtischen und ländlichen Aborigines und sympathisierenden Weißen stellte der Club eine sichere Anlaufstelle dar – ein Ort, wo unterdrückte Leute singen, tanzen und sich erholen konnten. Aktivisten im Club erstellten eine Zeitung, die eine gewichtige Stimme in lokalen Angelegenheiten darstellte. Der Club wurde so bekannt, das Interpreten aus Übersee, wie die Harlem Globetrotter und Nat King Cole zu Besuch kamen.
Scholes erweitert geschickterweise seine Untersuchung des Clubs auf die damaligen Begleiterscheinungen des weißen Rassismus: Ausgangssperre, Ausweispflicht, das Einrichten „schwarzer“ Bezirke, Verhaftungen und die Trennung der Aborigine-Kinder von ihren Familien, um sie als Diener für reiche Weiße auszubilden. Ist dies Süd-Afrika oder Australien?
Der Film macht schmerzhaft deutlich, wieviel von der Geschichte der Beziehungen zwischen dem weißen Australien und dem Australien der Aborigines verborgen geblieben ist, unterdrückt oder aus strategischen Gründen einfach vergessen wurde.
Aber es macht auch Spaß, diesen Film anzusehen. Durch Photographien, Interviews, Musik und nachgestellte Szenen fängt Scholes ein lebendiges Gefühl dafür ein welchen Spaß und welches Vergnügen der Club durch seine Tanznächte bereitet hat.
Mit Unterstützung der Aborigine-Gemeinschaft in Perth und vor allem durch Mitarbeit eines dort lebenden Aboriginess, Steve Kinnane, der das Drehbuch mitverfaßt hat, hat Roger Scholes eine faszinierenden und streitbaren Film geschaffen. Man fragt sich, wie viele andere Coolbaroo Clubs in Australien wohl existierten in einer Zeit, als das Land eine inoffizielle Apartheit-Politik durchführte. (Barbara Creed – The Age, Melbourne, 22. August 1996)
