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Central Station

Central do Brasil

Doras Beruf: sie schreibt Briefe für Analphabeten, ihr Arbeitsplatz: der Hauptbahnhof von Rio de Janeiro. Und außerdem: sie entscheidet, welche der Briefe sie abschicken wird. Eine ihre Kundinnen stirbt und sie will deren Sohn zu seinem Vater bringen. Eine Reise in den unzugänglichen Nordosten Brasiliens beginnt, eine Reise durch die triste Wirklichkeit Brasiliens, eine Reise durch die Seelenwelten der Protagonisten.

Eine verhärmte ehemalige Lehrerin, die im Hauptbahnhof von Rio de Janeiro Briefe für Analphabeten schreibt, begegnet einem neunjährigen Jungen, der durch den Tod seiner Mutter zum Halbwaisen wird. Zwischen beiden entwickelt sich ein zunächst von Mißtrauen erfülltes, spannungsgeladenes Verhältnis, das
sich erst auf der Reise in den Norden des Landes entspannt, wo der Junge seinen Vater zu finden hofft. Ein Roadmovie, das die triste soziale Wirklichkeit Brasiliens angesichts des Neoliberalismus spiegelt und zugleich den Wandel seiner Protagonisten erfahrbar macht, die ihre Gefühlskälte ablegen und Mitmenschlichkeit erfahren. Ein über weite Strecken dokumentarisch anmutender Film, dessen sensible Darstellung einer ungleichen Freundschaft über die teils allzu märchenhafte Konstruktion hinweghilft.

Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)