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Caracoles: Die neuen Wege des Widerstandes

Caracoles: los nuevos caminos de la resistencia

Seit 1994 haben die Zapatista-Gemeinden 30 autonome widerständische Bezirke aufgebaut, die heutzutage mehr als die Hälfte von Chiapas ausmachen. Um die Probleme der Selbstregierung zu lösen und um eine direkte Brücke zur Welt zu bilden, verkünden sie die Geburt der Caracoles, welche die früheren Aguascalientes als regionale, politische und kulturelle Zentren ersetzen werden.
Am 8., 9. und 10. August 2003 hat die Zivilgesellschaft zu einem großen Fest eingeladen, um diese Geburt zu feiern.

Das Bild der Schnecke symbolisiert den Pfad der Entscheidungsfindung mit seinen politischen Diskursen und der Weitergabe der getroffenen Entscheidungen. Durch den Eingang des Schneckenhauses betreten die Zapatisten den Pfad kollektiver Auseinandersetzung, um in der Spirale den Stimmen aller Beteiligten Gehör zu gewähren. Das Zentrum steht für den angestrebten Konsens. Alle so getroffenen Beschlüsse wiederum verlassen das Schneckenhaus durch die Spirale, um nach außen kommuniziert zu werden.

Zapatista-Filme
Zum Widerstand der Zapatisten in Mexiko gegen die Zentralregierung hat das Kollektiv von Videomachern aus den autonomen Zapatista Gemeinden etliche Filme produziert, von denen das Allerweltskino einige zeigt und diskutiert.

Die Zapatista Bewegung ist wahrscheinlich die am meisten dokumentierte soziale Bewegung weltweit. Es gibt hunderte von Videos, Büchern und Webseiten, die von Menschen gemacht wurden, die die Bewegung seit Jahren von aussen beobachten. Dennoch legen seit Beginn des Aufstandes (1994) die Zapatistas großen Wert auf die Produktion von eigenen Medien und auf das Recht auf das eigene Bild. Seit Ende der 90er Jahre arbeiten Menschen aus den autonomen Gemeinden in einem Videokollektiv an Dokumentationen über ihre eigene Realität. Unter oft sehr schwierigen Bedingungen werden Dokumentarfilme über das Leben im Widerstand und die Organisation der Autonomie realisiert: über die Arbeit im Kollektiv; über Produktionskooperativen, fairen Handel und Umweltzerstörung; über autonome Bildung und die Erhaltung der Traditionen und über den Kampf für Selbstbestimmung und gegen die negativen Folgen der Globalisierung.

Über das Klischee des maskierten Guerilla-Kämpfers hinaus möchten die Zapatistas zeigen, wie sie sich selbst sehen und was ihr täglicher Kampf um Menschenrechte und Autonomie für sie bedeutet. Das Video ist dabei nicht nur ein Kommunikationsmedium, sondern auch ein Schutz gegen die Angriffe von Militärs und Paramilitärs, ein Mittel zur Selbstorganisation und zur politischen Mobilisierung, ein kollektives Gedächtnis der eigenen Geschichte, ein Sprachrohr für die Gemeinschaften untereinander und mit dem Rest der Welt. Nicht zuletzt sollen die Videos auch dazu beitragen, internationale Unterstützung für die Projekte und
die Ideen der Zapatistas zu erlangen.

Die Kampagnen der Zapatistas für eine Veränderung und die Hoffnung auf eine „andere Welt“ inspirierten die sozialen und
globalisierungskritischen Bewegungen weltweit. Anfang 2006 beginnen die Zapatistas mit einer neuen nationalen Kampagne. Aufgrund dessen häufen sich Angriffe auf die Gemeinschaften und auf die Hilfsorganisationen und die internationale Solidarität ist für die Bewegung von ausgesprochener Wichtigkeit.

In den letzten Monaten hat das Filmkollektiv Promedios aus San Cristobal de las Casas ( www.promediosmexico.org ) die auf 8 DVDs zusammengestellten Videos zu einem großen Teil ins Deutsche übersetzt. Seit einigen Wochen sind diese Videos auch hierzulande zu haben. Zu einem fairen Preis von 20 Euro, der zu 100 Prozent dem Filmkollektiv zugute kommt, können die Videos bestellt werden bei:

Karin (Köln): Kdemigue@gmx.de
Marius (Berlin): Maryus@web.de

die Liste mit den Beschreibungen der Videos kann per email bestellt werden.