Bashu, ein Junge aus dem Süden Irans, flieht vor dem Krieg in den Norden. Hier wird er von Naii aufgenommen, die ihn gegen allen Widerstand der Verwandten, des Dorfes und ihres Mannes an Kindes Statt annimmt. Der Film „Bashu“ bietet einen tiefen Einblick in das Innere der heutigen iranischen Gesellschaft.
Ein kleiner Junge aus dem Süden Irans flieht vor dem irakisch-iranischen Krieg und wird im Norden von einer alleinstehenden Frau mit zwei Kindern gegen den Willen der Nachbarn und Verwandten und ihres abwesenden Ehemannes aufgenommen. Zusätzliches Hindernis der Annäherung zwischen den Dorfbewohnern und dem fremdrassigen „schwarzen“ Jungen ist, dass er nur arabisch spricht, während seine „Gastgeber“ nur persisch verstehen. Schließlich siegen über alle Hindernisse hinweg mütterliche Zuneigung und Verantwortung. Eine eindrucksvolle Studie über gegenseitige Annäherung trotz fremder Gefühle und Sprache; zugleich das eindrucksvoll vermittelte Bild einer fremdländischen Dorfgemeinschaft sowie ihrer sozialen Traditionsstruktur mit archaischer Grundstimmung. Mit der Titelgestalt entwickelte das neue iranische Kino, das sich der Hoffnungen und Sehnsüchte der zu „Prügelknaben“ der Gesellschaft gemachten Kinder annimmt, eine außergewöhnliche Symbolfigur.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
