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BAB EL-OUED CITY

BAB EL-OUED CITY

Fundamentalismus im Film: Als er schon wieder durch die Stimme des Muezzins aus dem Mittagsschlaf gerissen wird, reißt Boualem kurzerhand den Lautsprecher ab, der von seinem Dach aus die religiösen Botschaften über die Straßen des Viertels verstärkt. Ein schweres Verbrechen für die Fundamentalisten, die nun die Jagd nach ihm eröffnen. Der Regisseur mußte seinen Film wegen der Bedrohung durch die Fundamentalisten im Verborgenen drehen, macht sich aber dennoch nicht zum Sprecher einfacher Islamfeindlichkeit: in seinem Film ist es der Imam von Bab el-Oued, der zur Gewaltlosigkeit aufruft.

Ende der 80er Jahre im heruntergekommenen Stadtviertel Bab el-Oued von Algier:
Ein 25jähriger Bäckergeselle wird durch Predigten aus der lokalen Moschee in seiner Ruhe gestört. Als er den Lautsprecher im Meer versenkt, legen ihm dies bigotte Schläger als politische Provokation aus. Eine Allegorie über die algerische Zivilisationsgesellschaft, die sich von sozialem Strandgut drangsalieren läßt. Bemerkenswert durch die atmosphärische Dichte, mit der der Film die fremde Lebensordnung einfängt, aber hölzern in der Inszenierung.
Fragen nach politischer Verantwortung werden eher abgewiegelt als beantwortet.
Quelle: Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)