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Auge/Maschine

Auge/Maschine

Special „Blicke auf den Krieg“
AUGE/MASCHINE (Teil 1 u. 2)
Im Zentrum des Filmes stehen die Bilder des Golfkrieges, die 1991 weltweit Aufsehen erregten. In den Aufnahmen von Projektilen im Zielanflug waren Bombe und Berichterstatter identisch. Gleichzeitig waren die fotografierten und die computersimulierten Bilder nicht mehr unterscheidbar. Mit dem Verlust des „authentischen Bildes“ wurde auch die historische Zeugenschaft des Auges aufgehoben. Es heißt, im Golfkrieg seien nicht neue Waffen zum Einsatz gekommen, sondern eine neue Bilderpolitik.

Harun Farocki geht der Frage nach, wie militärische Bildtechnologien Eingang finden in das zivile Leben. Viele Firmen in den USA versuchen heute, nicht-militärische Produkte in den Bereichen Eigentumsschutz und Produktionskontrolle abzusetzen. Die Videoüberwachung in Kaufhäusern etwa dient nicht allein der Aufdeckung von Straftaten. Es gilt, das Verhalten des Käufers aufzuklären, zu kontrollieren – und somit zu beherrschen.
Das Video-Essay „Auge / Maschine“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), Karlsruhe, und ist dort als Videoinstallation zu sehen. Das Projekt, das als ‚work in progress‘ noch zu einem Dokumentarfilm erweitert wird, knüpft an die jüngste ZDF/3sat-Produktion „Gefängnisbilder“ von Harun Farocki an. Erforschte Farocki darin einen Topos des Genre-Kinos einerseits, moderne Gefängnistechnologie andererseits, so setzt er mit „Auge / Maschine“ seine Überlegungen zu Überwachung und Kontrolle, die unser gesamtes soziales Leben betreffen, fort. Harun Farocki (geboren 1944) realisierte in den letzten dreißig Jahren an die achtzig, darunter vielfach preisgekrönte Kino- und Fernsehproduktionen und gilt mit seinen intellektuellen Diskursen über Bilder, Kino und Politik als einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen dokumentarischen Films.